Nürnberg - Angelique Kerber ist standesgemäß in das WTA-Turnier von Nürnberg gestartet und hat damit eine starke Auftakt-Vorstellung der heimischen Tennis-Damen im Frankenland abgerundet.

Als fünfte und letzte von ursprünglich sieben deutschen Hauptfeldstarterinnen zog die Kielerin ins Achtelfinale des Sandplatz-Events ein. Die topgesetzte Norddeutsche gewann ihre Erstrundenbegegnung gegen die Neuseeländerin Marina Erakovic mit 6:4, 6:2. "Für eine erste Runde war das ein gutes Match", sagte Kerber, die sich vor allem freute, "dass ich langsam wieder in mein Spiel gefunden habe".

Die Topfavoritin trifft nun auf Anna-Lena Friedsam aus dem rheinland-pfälzischen Andernach. "Gegen sie habe ich noch gespielt, es wird also sicherlich ein interessantes Match", meinte Kerber. Dies ist das zweite deutsche Duell, das die Fans des mit 250 000 Dollar dotierten Turniers am Valznerweiher am Mittwoch in der Runde der besten 16 erwartet. Im Kampf um das Viertelfinale stehen sich auch noch Mona Barthel aus Neumünster und die Bonnerin Annika Beck gegenüber. Daneben trifft Dinah Pfizenmaier aus Kamen als fünfte im Bunde auf die an sieben gesetzte Französin Caroline Garcia.

Fed-Cup-Finalistin Kerber startete bei frühsommerlichen Temperaturen von zum Teil mehr als 30 Grad auf dem Centre Court in beiden Sätzen perfekt - sie nahm Erakovic jeweils deren ersten Aufschlag ab. "Mir gefällt das hier. Irgendwie liegt mir die Sonne schon mehr als kühles Wetter und Nieselregen, wie das in Deutschland sonst oft der Fall ist." Dennoch musste die 26 Jahre alte Linkshänderin kämpfen, ehe nach 1:21 Stunden der zweite Sieg im zweiten Duell gegen die gleichaltrige Rivalin feststand.

Auch Kerbers Rücken, der zuletzt des öfteren ein bisschen zwickte, machte keine Probleme mehr. "Ich war schmerzfrei, das war das Allerwichtigste", erklärte Kerber. "Ich habe in den letzten Tagen viele Untersuchungen gemacht, alles wieder gut. Das war auch wichtig für meinen Kopf." Die derzeit beste deutsche Tennisspielerin auf dem neunten Weltranglistenplatz fühlt sich auf dem richtigen Weg Richtung French Open, die am Sonntag beginnen. "Ich bin froh, noch ein paar Spiele zu haben", meinte sie mit einem Lächeln.

Neben dem Auftritt der Top-Favoritin standen am Dienstag bereits die ersten Achtelfinals auf dem Programm. Einen bärenstarken Auftritt legte Eugenie Bouchard hin: Die an Nummer zwei gesetzte Kanadierin fegte Anastasia Rodionova aus Australien in nur 44 Minuten mit 6:0, 6:1 vom Court. Davor hatte sich Karolina Pliskova aus Tschechien mit 7:6 (7:5), 6:3 gegen die Belgierin Alison van Uytvanck durchgesetzt. Die Südtirolerin Karin Knapp schlug Polonia Hercog aus Slowenien mit 6:3, 6:3, und die Kasachin Jaroslawa Schwedowa gewann ihr Match gegen Kurumi Nara aus Japan mit 6:4, 6:2.