Minsk - Die Wiedergutmachungstour von Russlands Eishockey-Starensemble geht weiter - für Weißrusslands Auswahl ist die Weltmeisterschaft in Minsk dagegen vorbei. Knapp mit 2:3 (0:1,2:1,0:1) musste sich der Gastgeber in einer umkämpften Partie Titelverteidiger Schweden geschlagen geben.

Dank eines 3:0 (1:0,1:0,1:0)-Erfolgs über Favoritenschreck Frankreich feierten Alexander Owetschkin und Co. den achten Sieg in der achten Partie und vermieden ein frühes Viertelfinal-Aus wie bei Winter-Olympia in Sotschi und der WM 2013 in Helsinki. Russland trifft am Samstag im Kampf um den Finaleinzug nun auf Schweden. Ins Halbfinale zog auch Finnland dank eines überraschenden 3:2 (1:0,0:2,2:0) gegen Olympiasieger Kanada ein und bekommt es nun mit dem zwölfmaligen Weltmeister Tschechien zu tun, der mit 4:3 (1:1,3:0,0:2) gegen die Auswahl der USA gewann.

Vor 14 598 begeisterten Zuschauer entwickelte sich zwischen Weißrussland und Schweden ein intensiver Kampf. Erst Mattias Ekholm erlöste den großen Favoriten (54.), nachdem der weißrussische Kapitän Alexej Kaljuschny kurz zuvor einen Penalty vergeben hatte. Die Treffer von Geoff Platt (26.) und Alexej Jefimenko (35.) ließen den Außenseiter zwischenzeitlich auf eine Wiederholung der Sensation von 2002 hoffen, als den Weißrussen mit einem Sieg über Schweden bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City mit dem Halbfinaleinzug den größten Erfolg ihrer Geschichte feierten.

Für das russische Team drosch Artjom Anissimow schon nach vier Minuten den Puck erstmals ins Netz. NHL-Star Jewgeni Malkin (21.) mit seinem ersten Treffer in seiner zweiten WM-Partie in Weißrussland und Alexander Kutusow (48.) erzielten die weiteren Tore. "Es war ein wichtiger Sieg, aber wir hätten besser und effektiver spielen können", sagte Ausnahmestürmer Malkin, der nach dem Playoff-Aus mit den Pittsburgh Penguins in der NHL eingeflogen war.

Auch Superstar und Kapitän Owetschkin war beim achten Halbfinaleinzug in den vergangenen zehn Jahren dabei, nachdem er sich beim 3:0 gegen Deutschland am Sonntag am Knie verletzt und am abschließenden Vorrundenspieltag am Dienstag pausiert hatte.

2013 in Helsinki war Frankreich beim 2:1 der erste Sieg gegen Russland überhaupt bei einer WM oder bei Olympia gelungen. In Weißrussland konnten die Franzosen, die erstmals seit 1995 den Viertelfinaleinzug geschafft hatten, die Mannschaft des früheren deutschen Zweitliga-Profis Oleg Znarok nicht in Gefahr bringen.

Unerwartet kam der Erfolg der Finnen. Iiro Pakarinen (57.) glückte drei Minuten vor dem Ende der entscheidende Treffer. Die 2:1-Führung der Kanadier in der Tschischowka-Arena hatte Juuso Hietanen (41.) zu Beginn des Schlussdrittels ausgeglichen, Olli Palola (7.) markierte den ersten Treffer des Olympia-Dritten .

Die Tschechen mit Altstar Jaromir Jagr drehten nach einem 0:1-Rückstand dank eines starken zweiten Drittels die Partie, mussten die USA am Ende aber noch einmal herankommen lassen. Tomas Rolinek (10.), Tomas Hertl (27.), Roman Cervenka (29.) und Ondrej Nemec (37.) schossen den Titelträger von 2010, der in den vergangenen vier Jahren drei WM-Medaillen gewonnen hatten, ins Halbfinale. Mit einem Doppelschlag innerhalb von 13 Sekunden sorgte Tyler Johnson (59./60.) kurz vor Schluss für Spannung.