Magdeburg - Mit einem multikulturellen Fest setzen die Magdeburger an diesem Donnerstag - 20 Jahre nach den rassistischen Himmelfahrtskrawallen - ein Zeichen für ein friedliches Miteinander. Bereits zum 19. Mal haben Polizei, Kirchen und die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt das Fest für Gewaltfreiheit zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft organisiert. Das Fest war ins Leben gerufen worden, nachdem 1994 grölende Rechtsradikale stundenlang Ausländer durch die Stadt trieben und auf sie einprügelten. Die Polizei war damals überfordert, Passanten sahen tatenlos zu. Mit dem Stigma hat Sachsen-Anhalt bis heute zu kämpfen.

Anders als in den Vorjahren wird das Fest nicht mehr im zentral gelegenen Stadtpark gefeiert, sondern im entfernteren Nordpark. Es gibt Bühnenprogramme und Informationsstände, die Polizei zeigt das Können ihrer Diensthunde, Vereine und Organisationen, die sich mit Zuwanderung und Ausländerarbeit beschäftigen, stellen sich vor. Es ist auch ein interkultureller Gottesdienst mit Musik, Tanz und ernsten Worten für Toleranz geplant.

Nach den Krawallen 1994 sah sich die Polizei massiven Vorwürfen ausgesetzt, sie habe die Ausländer nicht ausreichend geschützt und keinen Unterschied zwischen Opfern und Tätern gemacht. Die Ausschreitungen machten weltweit Schlagzeilen. 1996 dann riefen die Beamten das "Fest der Begegnung" ins Leben - zunächst auf einer kleinen Wiese im Stadtzentrum. Inzwischen hat es sich zu einem beliebten Volksfest am Himmelfahrtstag entwickelt, Tausende Besucher kommen jedes Jahr.