Nordhausen/Wittenberg - Die Rückkehr der historischen Himmelgarten-Bibliothek ins thüringische Nordhausen ist endlich finanziell gesichert. Möglich werde der Umzug der rund 300 Bücher aus dem Predigerseminar in Wittenberg im Herbst vor allem durch die großzügige Förderung zahlreicher Mäzene, sagte Nordhausens Oberbürgermeister Klaus Zeh (CDU) am Freitag.

Die Hermann-Reemtsma-Stiftung in Hamburg unterstützte beispielsweise mit 27 000 Euro eine Magazin-Schrankkombination für die wertvollen Drucke des Reformationszeitalters. Die Bibliothek ist seit 1989 in Wittenberg. Eigentümerin ist die St. Blasii-Kirchgemeinde in Nordhausen. Von Oktober sollen die wertvollen Bücher im Museum "Flohburg" aufbewahrt werden. Die Stadt gab dafür 13 000 Euro für eine bessere Klimaanlage. Für die wertvollsten 280 Bände wurden extra passgenaue Schuber angeschafft.

Nach Angaben des Stadtarchivs müssen bis zum Reformationstag noch etliche Bücher von Schimmel befreit werden. Die Kirchenbibliothek geht in ihrem Ursprung auf die Bibliothek des einstigen Klosters Himmelgarten vor den Toren Nordhausens zurück. Es wurde im Bauernkrieg 1525 zerstört. Die Bibliothek konnte gerettet werden und kam 1552 in die St. Blasii-Kirche.