Den Haag - Glanzloser Sieg für die Damen, bittere Niederlage für die Herren: Die deutschen Hockey-Teams sind bei den Weltmeisterschaften in Den Haag weiterhin noch nicht in Titelform.

Die von unzähligen Erfolgen verwöhnten Männer unterlagen wenige Stunden nach dem 3:1 der Frauen gegen Südafrika Panamerika-Meister Argentinien mit 0:1 (0:1). "Wir haben heute verdient verloren", resümierte Trainer Markus Weise. Das Titel-Triple nach dem EM-Gewinn und dem Olympiasieg ist in Gefahr. "Jetzt müssen wir wahrscheinlich alle Spiele gewinnen", meinte Verteidiger Martin Häner.

Die Führung in der Gruppe B ist futsch. Die souverän agierenden Neuseeländer zogen mit dem zweiten Sieg im zweiten Spiel (5:0 gegen Südafrika) vorbei. Nur die ersten beiden Teams der Sechsergruppe erreichen das Halbfinale. Nächster Gegner ist Gastgeber Holland. "Ich hoffe, dass wir am Freitag eine andere Mannschaft sehen", meinte Weise. Den entscheidenden Treffer hatte sein Team in der 31. Minute durch Manuel Brunet kassiert.

Deutschlands Torwart Nicolas Jacobi hatte die kurze Ecke aufgemacht, Brunet nutzte das mit einem herrlichen Treffer praktisch von der Torauslinie von der linken Seite. Die etwa 20 argentinischen Fans machten ordentlich Stimmung. Den Dämpfer kassierte die deutsche Mannschaft. "Wir haben viel investiert, aber der Aufbau war schrecklich", betonte Weise. Schon beim 4:0 im ersten WM-Spiel gegen die Südafrikaner hatte Deutschland trotz des klaren Ergebnisses keine überzeugende Leistung geboten.

Auch die Damen zeigten keinen berauschenden Auftritt. Tore von Marie Mävers (21./65.) und Kristina Hillmann (50.) machten dennoch den ersten Erfolg bei dieser WM perfekt. Der Gegentreffer von Shelly Russell (64.) war zu wenig für die Südafrikanerinnen, die zudem drei Strafecken und Zeitstrafen gegen Jana Teschke und Katharina Otte ungenutzt ließen. Im ersten Spiel hatten die deutschen Damen in der Gruppe B nur ein 1:1 gegen China geschafft.

"Der erste Sieg bei dieser WM war sehr wichtig. Das ist ein tolles Gefühl", sagte Mävers. Sie versprach Besserung für die nächsten Gruppenspiele: "Wir sind eine Turniermannschaft und werden von Spiel zu Spiel besser." Das müssen sie aber auch, denn gegen Südafrika offenbarte das Team abermals viele Unzulänglichkeiten. Vor allem die Defensive wirkte oft ungeordnet, aus dem Mittelfeld fehlte immer wieder die Unterstützung.

"In der ersten Halbzeit war ich ziemlich sauer über die Leistung. Wir haben alles getan, um ein leichtes Spiel für uns zu vermeiden und nicht clever gespielt", schimpfte Damen-Bundestrainer Jamilon Mülders hinterher. "Die zweite Halbzeit war besser und am Ende interessiert sich keiner mehr dafür außer mir."