Marienborn/Magdeburg - In der DDR-Zeit traumatisierte politisch Verfolgte finden heute im Westen Deutschlands so gut wie keine Hilfe. Der Leiter des Instituts für Diktatur-Folgen-Beratung, Thomas Hoppe, sagte am Dienstag in Magdeburg: "Man kennt die Besonderheiten des Lebens in der DDR nicht und hat Schwierigkeiten, sich einzufühlen." Es gebe in der Regel keine Ansprechpartner vor Ort. Ziel sei, ein Netzwerk auch mit Beratern etwa in Niedersachsen oder Bayern zu etablieren. In den östlichen Bundesländern gebe es sieben Anlaufstellen für Betroffene, in denen im Lauf der vergangenen zehn Jahre rund 500 Menschen Hilfe gefunden hätten.

Am ehemaligen deutsch-deutschen Grenzübergang Marienborn waren am Dienstag rund 30 Experten zu einem Fachtag zusammengekommen, der sich mit den Auswirkungen von Traumatisierungen durch politische Verfolgung in der DDR beschäftigte.