Halle - Die ehemalige Staatliche Textil- und Gobelinmanufaktur Halle GmbH ist für 100 000 Euro an die Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle verkauft worden. Der Vertrag wurde bereits am 6. Mai unterzeichnet, wie die Kunsthochschule am Mittwoch mitteilte. "Vom Land kommt in den nächsten Jahren eine jährliche Förderung von 75 000 Euro", sagte Finanzstaatssekretär Jörg Felgner. Nach seinen Angaben hat die Manufaktur seit 1993 defizitär gearbeitet und 20 Jahre lang jährlich 150 000 bis 200 000 Euro vom Land erhalten. 2012 beschloss das Land, das Unternehmen zu schließen.

Mit dem Kauf wurden eine Diplom-Restauratorin und ein Lehrling sowie fünf weitere Mitarbeiter befristet auf Teilzeitstellen übernommen. Derzeit werden rund 100 Studenten in Hoch- und Flachweberei, Stickerei, Näherei und Färberei unterrichtet. Zudem soll künftig die Textilrestaurierung in die Ausbildung aufgenommen werden, weil es einen solchen Studiengang in den neuen Bundesländern noch nicht gibt.

Die Burg werde auch gewerbliche Leistungen der Textilmanufaktur anbieten. Schätzungsweise müssten 2000 historische Gobelins in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt dringend restauriert werden.