Sangerhausen - Der angeschlagene Fahrradhersteller Mifa aus Sangerhausen hat den früheren Chef des Energiekonzerns EnBW, Utz Claassen, in seinen Aufsichtsrat geholt. Entscheidender Grund für die Berufung sei Claassens Erfahrung in der Sanierung von Unternehmen, teilte die Mifa AG am Dienstagabend mit. Der Fahrradhersteller hatte unter anderem wegen Fehlern in der Bilanz Verluste in Millionenhöhe verzeichnet und arbeitet derzeit mit Hilfe externer Berater ein Konzept zur Restrukturierung aus. Zuletzt hatte der indische Fahrradhersteller Hero Cycles der Mifa frisches Geld gegeben und angekündigt, bis zu 47 Prozent der Anteile übernehmen zu wollen.

Claassen war Vorstandschef von EnBW und Solar Millennium. Der Streit um ein hohes Übergangsgeld nach seinem Ausscheiden bei EnBW und um eine millionenschwere Antrittsprämie bei Solar Millennium hatte für Aufsehen gesorgt. Der 51-Jährige folgt im Aufsichtsrat der Mitteldeutschen Fahrradwerke (Mifa) Klaus-Dietrich Kramer, der sein Mandat niedergelegt hatte.

"Herrn Claassen sind bereits drei große Unternehmenssanierungen gelungen - darunter die Konzernsanierung der EnBW Energie Baden-Württemberg. Ich denke, daran lässt sich erkennen, welch wichtige Rolle er bei der Mifa einnehmen kann", sagte Aufsichtsratschef Uwe Lichtenhahn. "Es liegt in unser aller Interesse, einen der größten Fahrradhersteller Deutschlands wieder auf Kurs zu bringen", erklärte Claassen laut der Mitteilung.