Den Haag - Die deutschen Herren haben nur noch eine minimale Hoffnung auf den Einzug ins WM-Halbfinale, die Damen sind in Den Haag dagegen schon ausgeschieden.

Durch das 1:4 (0:1) gegen die USA hat das Team von Bundestrainer Jamilon Mülders bereits nach dem vierten Gruppenspiel keine Chance mehr auf eine Top-Zwei-Platzierung in der Sechsergruppe. "Der Tag heute wird nicht einfach", sagte Kapitän Julia Müller mit Tränen in den Augen. "Unser Ziel ist nun nicht mehr zu erreichen."

Noch Minuten nach dem Abpfiff kauerten einzelne Spielerinnen zusammengesunken vor der Bande, ehe sich das Team auf den Weg zur Gegentribüne machte, um sich von Freunden und Familie trösten zu lassen. "Nach dem 0:2 verlieren wir den Faden und spielen dann kopflos", meinte Torfrau Barbara Vogel enttäuscht. Kristina Hillmann, die einzige deutsche Torschützin am Pfingstsonntag, suchte ebenfalls nach einer Erklärung: "Wir spielen eine gute erste Halbzeit und dann machen die aus vier Chancen vier Tore. Da waren wir nicht gefährlich genug."

Im letzten Vorrundenspiel am Dienstag (16.00 Uhr) gegen England geht es für die Mülders-Schützlinge nur noch darum, für welches Platzierungsspiel man sich qualifiziert.

Auch für die deutschen Herren sind die Aussichten nicht besonders gut. Durch das 5:3 (3:1) gegen Neuseeland hat sich das Team um Kapitän Max Müller zumindest eine Minimalchance auf den Einzug ins Halbfinale erhalten. "Meine Achillessehnen tun so weh", stöhnte der 26 Jahre alte Müller abgekämpft und ließ sich auf einen Stuhl fallen. "Ich nehme jetzt eineinhalb Tage Pause und dann geht es wieder", kündigte er zudem an und ließ damit keine Zweifel an seinem Einsatz im abschließenden Gruppenspiel am Dienstag (13.00 Uhr) gegen Südkorea. Dort benötigt das Team des Olympiasiegers nicht nur einen Sieg, sondern muss zugleich auf einen Patzer der zweitplatzierten Argentinier gegen Südafrika hoffen.

Für Müller und Co. lief es gegen die "Kiwis" nach Plan. Nach nur 103 Sekunden erzielte Florian Fuchs die Führung. "Wir wollten uns einfach beweisen, dass wir es können - egal, wie die Tabelle aussieht", sagte Welthockeyspieler Tobias Hauke sichtlich erleichtert. Die weiteren Treffer der Deutschen steuerten Martin Zwicker (2), Christopher Zeller und Benedikt Fürk bei.

Doppel-Torschütze Zwicker verriet sogar, was das Team nach den beiden 0:1-Pleiten gegen Argentinien und die Niederlande umgestellt hat: "Wir haben diesmal abends schon eine Besprechung gemacht, so dass wir schon ein oder zwei Gedanken mit ins Bett nehmen konnten." Dies zahlte sich aus, denn die deutsche Mannschaft war über weite Strecken tonangebend.

"Wir sind mit dem Druck sehr gut umgegangen", lobte Bundestrainer Markus Weise. "Es war heute eine Must-Win-Situation und die Jungs sind rausgegangen und haben die Punkte geholt." Den klaren 5:0-Erfolg der Argentinier über Südkorea schaute sich Weise hingegen nicht persönlich im Stadion an - er vertraut auf das Videomaterial seiner Assistenten. Auch Müller setzte andere Prioritäten: "Wir haben gleich eine Autogrammstunde."