Deutlich mehr Schatten als Licht weist die Bilanz des VfB Germania Halberstadt nach der Regionalliga-Saison 2013/14 auf. Die Vorharzer beendeten die Serie als Tabellen-13. mit nur zwei Zählern mehr als der erste Absteiger.

Halberstadt l Umrahmt wird die Saison 2013/14 aus Sicht der Halberstädter von zwei Negativergebnissen. Nach dem 1:3 beim Aufsteiger Wacker Nordhausen zu Saisonbeginn schauten sich die Akteure verdutzt an. Man wollte mit einem Erfolg starten, erntete von Trainer Willi Kronhardt noch in der Kabine nach einer mangelhaften Einstellung zu Recht deutliche und lautstarke Kritik. Es dauerte dann bis zum vierten Spieltag, ehe der erste Sieg eingefahren wurde (1:0 gegen Hertha BSC II).

Aufhorchen ließ die Germania beim 4:2-Erfolg bei Drittliga-Absteiger SV Babelsberg. Unter Flutlicht und vor knapp 2 500 Zuschauern glänzten die Gäste mit gut herausgespielten Treffern. Allerdings relativiert sich dieser Sieg im Nachhinein mit Blick auf den weiteren Saisonverlauf, entgingen die Potsdamer nach einer mehr als bescheidenen Saison schließlich ebenfalls nur knapp dem Abstieg.

Nach Heimsiegen gegen die Traditionsteams Lok Leipzig (1:0) und FSV Zwickau (2:1) kletterte der VfB bis auf den vierten Platz. Die Ernüchterung folgte am neunten Spieltag. Das 1:5 beim Berliner AK verdeutlichte das Defensivproblem der Vorharzer. In keiner der Hinrundenpartien blieb man ohne Gegentreffer - und die Packung beim BAK sollte erst der Auftakt gewesen sein. Drei Wochen später erlebte vor allem Ersatztorwart Andreas Naumann sein persönliches Waterloo. Beim ersten Angriff der Gäste von Union Berlin II verletzte sich Keeper Pascal Nagel an der Hand und musste raus (3.). Danach geriet Halberstadt erst in doppelte Unterzahl und später arg unter die Räder. Achtmal musste Naumann hinter sich greifen. Kronhardt damals: "Am Ende konnten wir froh sein, dass es nicht zweistellig wurde."

Die Hinrunde beendete der VfB mit einem 3:1-Sieg gegen Plauen. Auf Rang sechs stehend deutete trotz der schwächsten Abwehr (34 Gegentore) rein sportlich nichts auf unruhige Zeiten hin. Zwischen den Feiertagen am Ende des Jahres rappelte es jedoch ein erstes Mal heftig in der "Germania-Kiste", als sich die Wege des Vereins und von Geschäftsführer Fait-Florian Banser trennten. Für Trainer Kronhardt fiel damit der gleichgesinnte Partner weg, fortan musste er seine Philosophie allein argumentieren. Die Kritik an seiner Führungsweise wuchs permanent, zudem stimmten die Ergebnisse nicht. Man entschied sich, nach dem Saisonende getrennte Weg zu gehen.

Am 5. März stellte Präsident Olaf Herbst Nachfolger Achim Hollerieth vor, zeitgleich trainierte draußen Kronhardt das Team. Dass diese Konstellation nicht lange andauern konnte, war vielen klar. Nach dem 1:2 gegen Babelsberg (16. März) hatten beide Seiten genug. Vorerst übernahm Co-Trainer Enrico Gerlach die Verantwortung. Das 1:1 bei Lok Leipzig unter seiner Führung entpuppte sich als ganz wichtiger Punktgewinn. Hollerieth übernahm am 26. März das Ruder, aber auch unter seiner Regie schaffte Germania keinen Heimsieg mehr. Seit Anfang Dezember wurde im Friedensstadion nicht mehr gepunktet. Hollerieth sorgte dennoch für die Wende: Die drei Siege in Meuselwitz (4:0), bei Union II (3:2) und in Rathenow (4:1) waren der Grundstein für den Klassenerhalt.

Haften bleibt aber eine weitere Packung. Das 1:6 in Plauen am 30. Spieltag unterstrich einmal mehr das Abwehrproblem. 61 Gegentreffer sind Ligaspitze.

 

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