Wiesbaden - Die Nachfrage nach dem Betreuungsgeld für Kleinkinder ist in Ostdeutschland deutlich angestiegen. Im ersten Quartal wurde es für rund 11 450 Kinder im Osten der Republik ausgezahlt, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Im letzten Quartal des Vorjahres waren es mit 4650 weit weniger als die Hälfte der jetzigen Bezieher. Dennoch kommen nur acht Prozent der Leistungsbezieher aus Ostdeutschland. Bundesweit wurde das Betreuungsgeld für 145 769 Kinder ausgezahlt, gut 80 900 mehr als im letzten Quartal 2013. Es kann seit August 2013 beantragt werden.

Zudem nutzen Eltern in Ostdeutschland das Betreuungsgeld laut Statistik kürzer als Familien in Westdeutschland. Demnach habe nur ein Fünftel der ostdeutschen Familien einen Antrag auf den vollen Zeitraum von 22 Monaten gestellt - im Westen waren es 80 Prozent.

Eltern haben Anspruch auf Betreuungsgeld, wenn sie ihr Kind nicht in eine öffentlich geförderte Einrichtung oder zu einer Tagesmutter geben. Es beträgt 100 Euro monatlich und wird maximal bis zum dritten Lebensjahr ausgezahlt. Nach den aktuellsten Zahlen des Statistischen Bundesamts von März 2013 war die Betreuungsquote bei den unter Dreijährigen in Kindertagesstätten und Tagespflege in Ostdeutschland mit 50 Prozent doppelt so hoch wie die im Westen der Bundesrepublik.