Magdeburg - Nach monatelangen Diskussionen ist der Weg für einen neuen Theatervertrag zwischen dem Land Sachsen-Anhalt und der Stadt Dessau-Roßlau frei. Das Anhaltische Theater wird in den Jahren 2014 bis 2018 eine Landesförderung von fast 32 Millionen Euro erhalten. Das sieht ein Vertragsentwurf vor, den das Kabinett am Dienstag in Magdeburg billigte. Dem Entwurf müsste unter anderem noch der Stadtrat zustimmen, sagte Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD). Das Gremium werde noch vor der Sommerpause zusammenkommen.

Möglich wurde der Vertragsentwurf, weil ein Großteil der 335 Mitarbeiter des Theaters die Arbeitszeit freiwillig auf 90 Prozent reduziert hat, wie das Ministerium weiter mitteilte. Durch weitere Einsparungen können alle Sparten erhalten werden: Orchester, Chor, Ballett, Schauspiel und Puppentheater.

Der Vertragsentwurf ist das Ergebnis intensiver Diskussionsprozesse, in die sowohl die finanziellen Möglichkeiten des Landes als auch die konzeptionellen Überlegungen des Theaters eingeflossen seien, sagte Dorgerloh. "Damit ist eine Lösung gefunden worden, die das Anhaltische Theater für fünf Jahre auf eine tragfähige Grundlage stellt."

Mit dem Dessauer Vertrag sind den Angaben zufolge die Zuwendungen für acht der neun Theater- und Orchesterstandorte vertraglich geregelt beziehungsweise in Aussicht gestellt. Derzeit laufen Gespräche über einen Theatervertrag mit der Stadt Halle. Er soll ebenfalls noch vor der Sommerpause unterschriftsreif sein.