Den Haag - Tina Bachmann senkte traurig den Kopf und wollte nichts mehr sehen, ihre Mitspielerinnen hockten mit leeren Blicken auf dem Kunstrasen: Für die deutschen Hockey-Damen ist die WM in Den Haag mit einer weiteren Enttäuschung zu Ende gegangen.

Knapp ein Jahr nach dem unerwarteten Gewinn des EM-Titels musste die verjüngte Auswahl von Jamilon Mülders mit dem achten WM-Platz einen heftigen Rückschlag verkraften. Das unglückliche 2:4 (0:2) im Match um Rang sieben gegen Südkorea bedeutet wie 1990 und 2006 das schlechteste WM-Abschneiden einer Damen-Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB).

"Es bleibt enttäuschend. Der Knoten ist in diesem Turnier leider nie geplatzt", gab Spielführerin Julia Müller nach der Partie selbstkritisch zu. "Heute wäre sicherlich einiges drin gewesen, aber wenn man anders als der Gegner seine Chancen nicht reinmacht, hat man es auch nicht verdient." Die Treffer von Abwehrchefin Bachmann (50. Minute) und Spielführerin Müller (53.) reichten nicht, um den 0:3-Rückstand gegen meist clever agierende Asiatinnen wettzumachen. Ein Kontertor von Seul Ki Cheon (66.) sorgte für die Entscheidung.

Bundestrainer Mülders hatte stets erklärt, dass er Rückschläge für sein im Umbruch steckendes Team einkalkuliert. Deshalb fiel sein Fazit gar nicht negativ aus. "Wenn wir zurückschauen, kann man zufrieden sein, wir haben eine Menge Chance geschaffen. Wären wir etwas entspannter gewesen am Ball, hätten wir auch heute etwas reißen können. Leider haben wir bei den Kontern nicht gut genug verteidigt", befand der Coach. Alle Spielerinnen hätten sich aber voll reingehängt und das Beste aus ihren Möglichkeiten gemacht. Mülders muss künftig jedoch auf die Routiniers Bachmann und Maike Stöckel verzichten, die ihre internationalen Karrieren beenden.

Nach der klar verpassten Halbfinal-Teilnahme hatten sich Müller & Co. vorgenommen, mit einer ordentlichen Leistung aus dem Turnier zu verabschieden. Entsprechend engagiert legten die Europameisterinnen los: Es boten sich viele Chancen, doch die Tore schoss der Gegner. Okju Kim (13.), Hye Lyoung Han (30.) und Jongeun Kim (48.) trafen gegen Kim Platten, die bei dieser WM erstmals anstelle von Barbara Vogel im Tor stand. Die DHB-Damen schienen geschlagen, doch zwei binnen drei Minuten verwandelte Strafecken sorgten noch einmal für Spannung. Für einen versöhnlichen WM-Abschluss langte es aber nicht.