São Paulo - Mit Feuerwerk und Böllern haben Fans von Gastgeber Brasilien den erfolgreichen Start in die Fußball-Weltmeisterschaft gefeiert. Die Schlüsselszene beim 3:1 (1:1)-Erfolg über Kroatien in São Paulo erboste Gäste-Trainer Niko Kovac allerdings heftig.

Der gebürtige Berliner und frühere Bundesligaprofi äußerte sich erzürnt über Schiedsrichter Yuichi Nishimura. Der Japaner hatte nach einem harmlosen Zupfer von Dejan Lovren an Fred zum Entsetzen der Kroaten auf den Elfmeterpunkt gezeigt, Neymar verwandelte zur 2:1-Führung in der 71. Minute.

"Wenn jemand in diesem Stadion gesehen hat, dass das ein Elfmeter war, soll er bitte seine Hand heben", sagte Kovac und beklagte, seine Spieler hätten zwei Jahre lang gearbeitet, um dann mit einer derartigen Entscheidung konfrontiert zu werden. Brasiliens Trainer Luiz Felipe Scolari widersprach: "Der Schiedsrichter hat das so gesehen, und ich denke auch, dass es ein Elfmeter war."

Nach dem frühen Rückstand für Brasilien durch ein Eigentor von Marcelo (11. Minute) erzielte Stürmerstar Neymar (29.) den Ausgleich, in der Nachspielzeit sorgte Oscar (90.+1) für die endgültige Entscheidung. "Ich hatte einen Sieg erwartet. Ein WM-Auftakt mit zwei Toren, das ist ein großes Glück", sagte Matchwinner Neymar. Auch Bayern-Profi Luiz Gustavo war happy: "Der Sieg bedeutet sehr viel. Er gibt uns etwas Ruhe für die nächsten Spiele."

Kovac zeigte sich überzeugt, dass seine Mannschaft immer noch einen der ersten beiden Plätze in der Gruppe A belegen und in das Achtelfinale einziehen kann. Die beiden Gruppenkontrahenten Mexiko und Kamerun mit dem deutschen Trainer Volker Finke treffen am Freitag in Natal aufeinander.

Im Mittelpunkt des zweiten Turniertages steht allerdings die Revanche für das WM-Finale 2010 zwischen Titelverteidiger Spanien und den Niederlanden in Salvador. Die Spanier hatten sich vor vier Jahren in Südafrika mit einem 1:0 nach Verlängerung über das Oranje-Team erstmals den Titel geholt. Im anderen Spiel der Gruppe B treffen drei Stunden später Chile und Australien aufeinander. Offen ist weiter, ob Geheimfavorit Chile seinen Star Arturo Vidal nach dessen Knieoperation einsetzen wird.

Im Fokus des ersten Tages standen zwar das Auftaktspiel sowie die vorangegangene 25-minütige Eröffnungsshow. Allerdings gab es am Donnerstag zum Start der 20. WM-Endrunde in São Paulo, Rio, Belo Horizonte, Brasília, Porto Alegre und Fortaleza Proteste, von denen einige in Ausschreitungen mündeten.