Pinehurst - Bei 35 Grad und extrem trockenem Grün spielte Deutschlands Golfstar Martin Kaymer ganz cool Birdie für Birdie auf dem schweren Platz der US Open und enteilte der Konkurrenz.

Der ehemalige Weltranglisten-Erste absolvierte auf dem Par-70-Platz in Pinehurst/North Carolina mit je 65 Schlägen zwei Traumrunden und baute mit nun 130 Schlägen seine Führung weiter aus. Der 29 Jahre alte Profi aus Mettmann liegt nach seiner Bogey-freien Runde nun sechs Schläge vor dem Amerikaner Brendon Todd. Dahinter folgen dessen Landsmänner Kevin Na und Brandt Snedeker mit jeweils 137 Schlägen.

"Ich hätte nie gedacht, dass ich in Pinehurst so ein niedriges Ergebnis spiele, aber es ist nur die erste Runde eines wichtigen Turniers", sagte Kaymer nach dem Auftakt. "Ich habe es nicht erwartet. Aber ich werde jetzt auch nicht ausflippen." Mit seinen 130 Schlägen übertraf er damit den US-Open-Rekord von Tiger Woods (2000) und Rory McIlroy (2011), die für ihre ersten beiden Runden einst 131 Schläge benötigt hatten.

Deutschlands bester Golfer legte sich selbst Zurückhaltung auf. "Wenn andere da mehr draus machen wollen, ist das okay. Für mich ist es nur ein guter Start in eine der wichtigsten Wochen des Jahres", meinte Kaymer nach der ersten Runde. Da gelangen ihm sechs Birdies bei nur einem Bogey. Allein auf den letzten fünf Löchern blieb er jeweils einen Schlag unter Par. Am Freitag steigerte er sich noch. Da unterlief ihm nicht ein einziges Bogey.

"Ich habe einfach keine Fehler gemacht, es war ein richtig gutes Finish", sagte Kaymer, der sich zuletzt mit seinem Erfolg bei der Players Championship in der internationalen Spitze zurückgemeldet hatte und sich immer mehr ins Ryder-Cup-Team hineinspielt.

Marcel Siem gelang mit 70 Schlägen zunächst eine Platzstandard-Runde, dann ließ er eine 71 folgen und liegt damit auf dem geteilten 71. Platz. "Es wäre schön gewesen, Pinehurst unter Par zu spielen, aber das kann ja noch kommen", sagte Siem.

Maximilian Kieffer tat sich bei seiner Major-Premiere deutlich schwerer. Der Düsseldorfer spielte ebenso wie Masters-Champion Bubba Watson zunächst eine 76, nach einer 74 am zweiten Tag war für ihn das Turnier beendet. "Meine Schläge ins Grün waren leider zu schlecht, um einen vernünftigen Score nach Hause zu bringen. Ich lag oft rechts und die Up-and-Downs sind hier, bei den schwer gesteckten Fahnen, wirklich nicht einfach", sagte der 23-Jährige nach der ersten Runde.

Routinier Alex Cejka schaffte in der Nähe seines Wohnsitzes mit einer 73 und einer 71 bei der 114. Auflage der offenen amerikanischen Meisterschaften gerade noch den Cut. Der 43-Jährige hatte am Vortag seine Erfolgserlebnisse: Nach einer Einspielrunde, bei der das Duo Kaymer/Kieffer den älteren Siem/Cejka unterlegen war, übertraf der gebürtige Tscheche auch noch den zehn Jahre jüngeren Siem beim Angeln. Cejka holte den dickeren Fisch aus dem Fluss.

Der Amerikaner Tiger Woods hatte nach einer Rückenoperation seine Teilnahme abgesagt. Sein amerikanischer Landsmann Phil Mickelson, bisher sechsmal Zweiter beim zweiten Major des Jahres, liegt bereits 13 Schläge hinter Kaymer. Der Nordire Rory McIlroy ist auch schon neun Schläge schlechter als Kaymer.