Halle/Westfalen - Die von Philipp Kohlschreiber anvisierte Platzierung in den Top Ten der Tenniselite muss noch länger warten. Er verlor im Halbfinale der Gerry Weber Open gegen den Kolumbianer Alejandro Falla 7:5, 6:7 (5:7), 4:6.

"Natürlich bin ich enttäuscht, das tut gerade sehr weh", sagte der aktuell auf Platz 27 der Weltrangliste eingestufte Augsburger nach dem 2:21 Stunden dauernden Match, das ihm immerhin 90 Ranglistenpunkte einbrachte.

Kohlschreiber kann sich von nun an ganz und intensiv auf Wimbledon konzentrieren, sein Gegenüber Falla spielt im westfälischen Halle beim erst zweiten ATP-Finale seiner Karriere gegen Titelverteidiger Roger Federer (Schweiz) um 250 Ranglistenpunkte. "Das ist ein unglaubliches Gefühl", meinte Falla. Federer besiegte im Halbfinale des mit 711 000 Euro dotierten Rasenturniers Kei Nishikori (Japan) mit 6:3, 7:6 (7:4). Am Sonntag strebt der Schweizer seinen siebten Turniererfolg im Westfälischen an.

Nur drei Wochen nach Kohlschreibers Erfolg bei den Düsseldorf Open, seinem ersten ATP-Turniersieg seit knapp zwei Jahren, wollte er auch in Halle die bestmögliche Ausbeute von Ranglistenpunkten erobern, um demnächst vielleicht doch zu den weltweit zehn besten Tennisspielern zu gehören. Die beste Platzierung des 30-Jährigen war bisher Rang 16 der ATP-Liste im Juli 2012.

"Es ist toll, wie es momentan läuft", meinte Kohlschreiber noch vor dem Match gegen Falla. Schließlich hatte der ehemalige Davis-Cup-Spieler, der die Gerry Weber Open 2011 gewann, den Weltranglisten-69. bislang stets besiegt. "Auch heute hatte ich mehr Spielanteile und habe laut Statistik mehr Punkte geholt. Doch er machte die Big Points - das war der Unterschied", sagte Kohlschreiber nach seiner vierten Halbfinalniederlage in Halle.

Der Fokus liegt jetzt nur noch auf Wimbledon. "Dienstag fliege ich nach London und werde sehr gut vorbereitet da antreten", versprach Kohlschreiber. Denn das Ziel von den Top Ten hat er weiterhin: "Meinen Traum kann mir keiner nehmen."