Berlin - Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, hat dazu aufgerufen, DDR-Biografien differenziert zu betrachten. Man müsse auch die Zeitzeugen hören, die bei der DDR-Staatssicherheit waren, sagte Jahn der Tageszeitung "Neues Deutschland" (Samstag). "Eine differenzierte Bewertung von Biografien kann nur funktionieren, wenn wir dafür sorgen, dass die Menschen nicht verdammt werden, sondern dass respektiert und anerkannt wird, wenn sie offen sprechen." Jahn kritisierte in diesem Zusammenhang die mangelnde Gesprächsbereitschaft früherer Stasi-Mitarbeiter. "Ich sehe da viel zu wenig Offenheit, gerade bei denen, die damals in der Staatssicherheit in Verantwortung waren."