London - Nach dem ersten erfolgreichen gemeinsamen Wimbledon-Auftritt mit seiner neuen Trainerin Amélie Mauresmo winkte Andy Murray gelöst ins Publikum. 122 Minuten dauerte der erste Arbeitstag des Titelverteidigers.

Der 27-jährige Tennis-Profi ließ dem Belgier David Goffin beim 6:1, 6:4, 7:5 wenig Chancen. Die frühere französische Weltklassespielerin Mauresmo saß derweil im weißen T-Shirt auf der Tribüne und dürfte mit Murrays erstem Auftritt auf dem grünen Untergrund im Südwesten Londons zufrieden gewesen sein. In Runde zwei wartet auf das Gespann in dem Slowenen Blaz Rola eine vermeintlich weitere lösbare Aufgabe.

"Am Anfang war ich etwas nervös. Ich bin froh, dass ich in drei Sätzen durch bin", erklärte Murray. "Hier rauszugehen bringt die guten Erinnerungen zurück." Als der Brite um 13.00 Uhr Ortszeit die ersten Schritte auf dem gut gefüllten Centre Court machte, erhoben sich die Zuschauer inklusive Murrays Mutter Judy von ihren Sitzen, um ihren Hoffnungsträger mit Applaus zu begrüßen.

"Den Moment, in dem ich den Platz betrete, sollte ich genießen, aber dann zählt nur noch das Spiel", hatte die Nummer drei der Setzliste zuvor erklärt. Zeitgleich mit dem ersten Match auf dem Centre Court der diesjährigen Auflage des berühmtesten Tennisturniers der Welt begann die Berliner Vorjahresfinalistin Sabine Lisicki ihre Trainingseinheit am Vortag ihres Erstrunden-Auftritts.

Zwölf Monate nachdem er die 77 Jahre andauernde Sehnsucht der Briten nach einem Wimbledonsieger aus ihren Reihen gestillt hatte, nahm Murray seinem Gegner gleich das erste Aufschlagspiel ab und kontrollierte sofort das Geschehen. Mit einem Ass beendete er nach etwas über zwei Stunden seine erste Partie.

Schon vor dem Beginn des traditionsreichen Turniers im eleganten All England Lawn Tennis Club waren der britische Hoffnungsträger und seine neue Trainerin das alles beherrschende Thema. "Amélie war jemand, der mit seinen Nerven gekämpft hat, sie aber besiegt hat", nannte der Weltranglisten-Fünfte einen Grund für seine überraschende Entscheidung. "Das kann hilfreicher sein als jemand, der diese Probleme nicht gehabt hat." Gegen die Nummer 105 der Welt musste sich der 28-fache Turniersieger keine Sorgen machen. Von Beginn an ließ der britische Hoffnungsträger keinen Zweifel daran, dass er als Sieger den Platz verlassen wird.