Berlin - Mit Beginn des letzten Gruppenspieltags geht es bei der Fußball-WM in die heiße Phase. In der Gruppe A steht zwischen Kroatien und Mexiko ein echtes Finale um den Turnierverbleib an, Gastgeber Brasilien dürfte sich gegen Kamerun das Weiterkommen nicht nehmen lassen.

In Gruppe B kämpfen die Niederlande und Chile um den Gruppensieg. Und darum, ein Achtelfinal-Duell mit Brasilien möglichst zu vermeiden. Ein Punkt reicht dem Oranje-Team aufgrund des besseren Torverhältnisses zu Platz eins. Für den punktlosen Titelverteidiger Spanien geht\'s gegen Australien nur um einen ehrenvollen WM-Abschied.

Zumindest offiziell schrecken weder das Oranje-Team noch die Chilenen vor dem möglichen Achtelfinale gegen den Gastgeber zurück. "Ich spiele gerne gegen Topteams", tönte Nigel de Jong. Und Chiles Coach Jorge Sampaoli sagte: "Wir brauchen uns vor niemandem zu verstecken."

Das Problem: Da beide parallel angepfiffenen Spiele (18.00 Uhr/MESZ) der Grupppe B vor den Partien in der Gruppe A (22.00 Uhr/MESZ) beginnen, ist vorher nicht klar, ob man als Erster oder Zweiter auf Brasilien treffen würde.

Da haben es Kroatien und Mexiko "leichter", denn die Ausgangslage ist eindeutig: Den Mexikanern reicht ein Punkt für den Sprung in die K.o.-Runde. Doch davon will Coach Miguel Herrera nichts wissen. "Wir wollen auf Sieg spielen", kündigte er an. Voraussichtlich vertraut er der Elf, die Kamerun 1:0 bezwang und Brasilien ein 0:0 abtrotzte.

Bei den Kroaten ist nach dem 4:0 über Kamerun der Glaube an das Weiterkommen wieder da. Für den benötigten Sieg baut Coach Nico Kovac auf sein Bundesliga-Offensivtrio Perisic, Olic und Mandzukic, das gegen Kamerun alle vier Tore erzielte. Letzterem gelangen zwei. "Jeder hat gegen Kamerun brillant gespielt. Meine Tore waren nur das Ergebnis", sagte Bayern-Profi Mandzukic. Man müsse das Mexiko-Spiel mit der gleichen Leidenschaft und dem gleichen Siegeswillen angehen. "Die Mexikaner spielen mit viel Herz für ihr Land, aber wir sind auch bereit für das Duell und werden unser bestes geben", versprach er.

Für den entthronten Titelverteidiger Spanien geht es gegen Australien nur noch darum, die WM nicht ähnlich desolat abzuschließen wie die Vorgänger Frankreich und Italien. "Wir brauchen die drei Punkte, um nicht Letzter zu bleiben", erklärte Verteidiger Raúl Albiol. 2002 war die "Grande Nation" mit null Toren und nur einem Zähler, 2010 die "Squadra Azzurra" mit vier Toren und zwei Zählern sang- und klanglos ausgeschieden. Das will Spanien vermeiden. "Wir repräsentieren unser Land, unser Trikot. Es geht um unseren Stolz", ergänzte Albiol.