Magdeburg - Größere Unternehmen in Deutschland sollen nach Forderung von Sachsen-Anhalts Justizministerin Angela Kolb (SPD) künftig die Bezahlung ihrer Mitarbeiter je nach Geschlecht offenlegen. Damit solle transparent werden, inwieweit Männer und Frauen unterschiedlich bezahlt werden, sagte die SPD-Politikerin der Nachrichtenagentur dpa. Die Justizministerkonferenz im Ostseebad Binz wolle von Mittwoch an über eine mögliche Änderung des Handelsgesetzbuches beraten.

Betroffen sein sollen nach diesen Überlegungen Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeiter, die bereits heute verpflichtet sind, jährlich Lageberichte auch zu den sozialen Aspekten im Unternehmen zu veröffentlichen. Einige Firmen würden bereits heute freiwillig Daten offenlegen. Eine falsche Interpretation der Zahlen sei nicht zu befürchten. "Es wird nicht der Ingenieur mit der Putzfrau verglichen", sagte Kolb.

"Wenn alles in Ordnung ist, dann macht das auch nicht mehr Arbeit", sagte Kolb. Mehr Transparenz sei in diesem Bereich wichtig und die Entgeltgleichheit zunehmend auch ein Wettbewerbsaspekt.