Halle - 22 Messerstiche in die Brust sind nach Angaben eines Gutachters eindeutig die Ursache für den Tod eines 36-Jährigen im Januar in Eisleben gewesen. Die Stiche hätten direkt Herz und Lunge getroffen, sagte der Sachverständige am Mittwoch vor dem Landgericht Halle. Drei Männer aus Eisleben sind dort wegen gemeinschaftlichen Mordes angeklagt.

Der Sachverständige bestätigte auch die massiven Misshandlungen des Opfers bei einem Zechgelage in der Wohnung eines der Angeklagten in Eisleben. Die Leiche wies Frakturen des Nasenbeins, der Augenhöhle und des Unterkiefers auf.

Laut Anklage sollen die Männer ihren Bekannten in der Nacht zum 28. Januar mit Fäusten, Tritten und einem Feuerhaken traktiert haben. Die Leiche hätten sie dann in eine Decke gewickelt und aus dem Fenster geworfen.

Die Angeklagten im Alter von 22 bis 24 Jahren sind weitgehend geständig - beschuldigen sich aber gegenseitig als Haupttäter. Das Motiv ist rätselhaft. Opfer und Täter hatten zusammen getrunken, beim Streit soll auch Eifersucht eine Rolle gespielt haben.

Auf Antrag der Verteidigung soll nun am 1. Juli eine weitere Zeugin gehört werden. Der Vorsitzende Richter Jan Stengel machte aber klar, dass noch am selben Tag ein Urteil gefällt werden könnte. Zunächst war schon für Mittwoch mit den Plädoyers gerechnet worden.