Halle - Festere Netze, mehr Matten und geschultes Personal: Die Indoorspielplätze im Land kämpfen gegen ihren schlechten Ruf an. 2006 schlug die Stiftung Warentest Alarm und kritisierte unsichere Spielgeräte und fehlende Kontrollen in Deutschland. Der Verband für Hallen- und Indoorspielplätze (VDH) in Hamburg will höhere Standards durchsetzen. Bei den Mitgliedern in Sachsen-Anhalt stößt er damit auf offene Ohren, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab.

"Wir rüsten ständig nach", sagte der Sprecher des Spielhaus Thale, Christopher Meyer. Neue Attraktionen könnten nicht immer von Anfang an sicher sein. Gefährliche Bereiche müssten kontrolliert und bei Bedarf nachgepolstert werden. Auf dem rund 2400 Quadratmeter großen Gelände seien bislang keine größeren Zwischenfälle passiert. Vor allem Schulklassen würden die Angebote des zum VDH gehörenden Spielplatzes nutzen.

"Es gibt keinen gesetzlich vorgeschriebenen TÜV", erklärte der Vorstand der Bau- und Wohnungsgenossenschaft Halle-Merseburg (BWG), Lutz Haake. Der von der BWG betriebene und zum VDH gehörende Indoorspielplatz werde aber in Eigenverantwortung kontrolliert. Externe Prüfer testeten jährlich Netze, Matten und Spielgeräte. Zudem seien alle Mitarbeiter als Ersthelfer ausgebildet - für den Notfall. Das Areal mit Hüpfburgen, Kletterturm und Dunkelkammer sei mehr als 1000 Quadratmeter groß.

Auf dem mit 5000 Quadratmeter nach Angaben der Betreiber größten Indoorspielplatz Ostdeutschlands in Halle wird auf gefährliche Angebote teils verzichtet. Einen Kletterbereich gebe es "wegen des Risikos und Betreuungsaufwandes" nicht, sagte der Geschäftsführer des Kinderspielparadies "Arche Noah", Heribert Pauk. Viele Spielzeuge wie das Labyrinth seien von Designstudenten der Hochschule Burg Giebichenstein entworfen worden - mit Blick auf die Sicherheit der Kinder. Auch er gehört zum Bundesverband.

Nach Angaben des Verbandes für Hallen- und Indoorspielplätze gibt es in Sachsen-Anhalt insgesamt neun Indoorspielplätze. Davon seien vier Mitglieder im Verband - und hätten einen Ehrenkodex unterzeichnet, sagte der VDH-Sprecher Ulrich Hähnel. "Die Betreiber verpflichten sich darin zu regelmäßigen Kontrollen, Schulungen für ihre Mitarbeiter und kindgerechten Spielgeräten", sagte Hähnel.

Der Verband kritisierte, dass es nach der offiziellen Abnahme eines neuen Indoorspielplatze keine gesetzlich vorgeschriebenen Wartungen gebe. Bundesweit hätten jüngst 21 Mitglieder den Ehrenkodex des Verbandes verweigert - und seien ausgeschlossen worden. Konkrete Hallen könnten aus Datenschutzgründen nicht genannt werden. In Sachsen-Anhalt seien die vier Mitglieder weiterhin im Verband.

Jährlich würden rund 25 Millionen Kinder, Eltern und Großeltern die Hallen in Deutschland besuchen, sagte der Hähnel. Deutschlandweit gebe es etwa 375 Indoorspielplätze.