München - Vorfreude in Leverkusen, viele Lacher in Stuttgart, Ungewissheit in Berlin und Mönchengladbach: Knapp acht Wochen vor dem Start in die neue Saison haben weitere vier Bundesligisten ihre Sommerpause beendet.

Beim Trainingsstart in Leverkusen gab Neu-Coach Roger Schmidt die Marschrichtung vor. "Wir wollen die Zuschauer mit offensivem Fußball begeistern."

Der 47-Jährige muss sich bei Bayer erstmals im deutschen Fußball-Oberhaus beweisen, Armin Veh kennt die Bundesliga seit Jahren - und auch seinen neuen, alten Verein VfB Stuttgart. Entsprechend gut gelaunt präsentierte sich der VfB-Meistercoach von 2007 erstmals der Presse.

Mit flotten Sprüchen stimmte sich Veh auf die neue Spielzeit bei den Schwaben ein, Vereinspräsident Bernd Wahler lobte den 53-Jährigen als idealen Mann für die Philosophie und künftige Ausrichtung beim VfB. Emotionale Vorbilder hat der Trainer bei der WM gesehen. "So, wie die Brasilianer und Chilenen vor dem Spiel gesungen haben, diese Leidenschaft will ich hier auch reinbringen", betonte er.

Der Coach kündigte dann sofort weitere Neuverpflichtungen an, mit denen er in der Bundesliga angreifen will. "Wir werden mit Sicherheit noch was machen. Wann der Zeitpunkt dann da ist, das kann ich jetzt noch nicht sagen", meinte der gebürtige Augsburger, der nach drei Jahren bei Eintracht Frankfurt zu seinem einstigen Verein zurückkehrte.

Für Leverkusens neuen Chef-Übungsleiter Schmidt ist die Bundesliga dagegen weitgehend Neuland - dennoch gab er sich selbstbewusst. Der aus Salzburg verpflichtete Coach, der am ersten Arbeitstag einen "guten Eindruck" von der Werkself gewann, hat klare Vorstellungen vom künftigen Spiel seiner Mannschaft. "Der Ansatz soll nicht sein, etwas besser als der Gegner zu spielen, sondern ihm unser Spiel aufzudrücken", erklärte Schmidt, der seine Profi-Trainerkarriere beim SC Paderborn (2011/12) in der 2. Liga begonnen hatte.

Bei seinen neuen Schützlingen kommt er gut an. "Der erste Eindruck ist positiv. Ich lasse mich mal von der Vorbereitung überraschen", sagte Torjäger Stefan Kießling, der am Montag auch vier Neuzugänge kennenlernte: den brasilianischen Linksverteidiger Wendell, den vom AS Rom ausgeliehenen Abwehrspieler Tin Jedvaj, Torhüter Dario Kresic vom FSV Mainz 05 und den ukrainischen U 21-Nationalspieler Wladlen Jurtschenko. Rückkehrer Karim Bellarabi war beim Training ebenfalls dabei. Die WM-Fahrer Emir Spahic und Heung-Min Son sind noch im Urlaub, der Schweizer Neuzugang Josip Drmic ist sogar noch im Turnier.

In Berlin fehlten ebenfalls noch WM-Profis, etwa Neuzugang Valentin Stocker aus der Schweiz und der Amerikaner John Anthony Brooks. Der niederländische WM-Zweite von 2010, John Heitinga, wird wegen seines Vertragsbeginns erst am Dienstag in das Training einsteigen. Das große Thema war aber Pierre-Michael Lasogga, der zuletzt an den HSV verliehen war und nicht nach Berlin zurück will. "Wir kennen seinen Wunsch, nach Hamburg zu wechseln. Aber ich gehe davon aus, dass er seinen Vertrag bei uns erfüllt", sagte Trainer Jos Luhukay, der den bulligen Angreifer am Dienstag beim Hauptstadtverein erwartet.

Eine konträre Situation stellt sich in Mönchengladbach dar: Die Borussia will Rekordeinkauf Luuk de Jong abgeben - der Stürmer aber stand am Montag mit 24 Teamkollegen auf dem Trainingsplatz. "Bekannt ist, dass der PSV Eindhoven interessiert ist. Aber momentan ist Luuk Spieler der Borussia. Man muss sehen, was bis zum 31. August passiert", sagte Sportdirektor Max Eberl.