Für viele Eltern beginnt das Familienleben erst dann so richtig, wenn die Kinder alt genug sind, dass man gemeinsam etwas unternehmen kann. Hoch im Kurs steht dabei der gemeinsame Sport. Ein Familien-Fahrradausflug oder das Fußballspiel im Garten machen nicht nur richtig Spaß, sie fördern auch das Gemeinsamkeitsgefühl und halten Eltern sowie Kinder gesund. Damit der Sport für das Kind auch gesund bleibt, sollten ein paar Ratschläge beherzigt werden.

Das Bewegung gut tut, ist kein Geheimnis. "Schon die kleinsten Kinder profitieren davon, wenn sie mit regelmäßiger Bewegung aufwachsen. Der Körper entwickelt sich gesund und möglichen späteren
Gesundheitsproblemen wie Übergewicht oder Rückenschmerzen wird vorgebeugt", sagt Gerriet Schröder, Leiter des Fachbereiches Prävention bei der AOK Sachsen-Anhalt. Darüber hinaus hat Studien zufolge ausreichend Bewegung im Kindesalter auch positive Effekte auf die geistige Entwicklung. Und am wichtigsten: Was in der Kindheit erlernt wird, legt man als Erwachsener nicht mehr ab.

Doch welches Alter ist am besten geeignet, mit dem Sport zu beginnen? Schröder: "Grundsätzlich gibt es hier keine Grenzen, jedes Kind hat je nach Veranlagung ein anderes Einstiegsalter. Wichtig ist vor allem die richtige Art und Dauer des Sports. Schwimmen ist zum Beispiel auch bereits für Babys geeignet. Beim sogenannten Baby-Schwimmen können bereits die Grundlagen für einen gesunden Bewegungsapparat gelegt werden."

Welche Sportart ist die Beste?

Allein die Wahl der richtigen Sportart kann für viele Eltern zur Herausforderung werden. Welche ist am besten geeignet? Eine Patentlösung gibt es hier nicht. Am wichtigsten ist, dass die Kinder Spaß daran haben, denn nur so bleiben sie am Ball und empfinden Sport nicht als Notwendigkeit. Kinder wollen toben, rennen, werfen und klettern. Im Vordergrund sollte deshalb die sportliche Abwechslung stehen und dass alles einmal ausprobiert wird.

Kinder können grundsätzlich mit Sport beginnen, sobald sie sich sicher bewegen können. 3 bis 4 Jahre sind ein gutes Einstiegsalter. Eltern sollten dann gemeinsam mit ihren Sprösslingen auf die Suche nach der richtigen Sportart gehen. "Gehen Sie mit ihnen Schwimmen, Tanzen, Fahrrad fahren oder Fußball spielen. Leichtathletik, Gymnastik oder Turnen sind ebenfalls Alternativen. Besonders gut geeignet sind auch Mannschaftssportarten, weil hier nicht nur der Körper, sondern auch soziale Komponenten wie Teamgeist und Zusammenarbeit trainiert werden", sagt Schröder.

Wichtig ist dabei vor allem die angemessene Vorbereitung. Besonders an Sportarten wie Inlineskaten oder Fahrrad fahren sollten die Kinder zuerst langsam herangeführt werden. Bremsen und das richtige Stürzen, ohne sich zu verletzen, sollten gut geübt sein, bevor man sich auf eine längere Tour begibt.

Nicht zu früh spezialisieren

Kinder befinden sich im Wachstum, deswegen sollten sie sich nicht zur früh auf eine bestimmte Sportart spezialisieren. Auch wenn der Papa möchte, dass der Jüngste einmal ein großer Fußballer wird. Experten raten dazu, dass Kinder bis zum 12. oder 13. Lebensjahr mehrere Sportarten ausprobieren, bevor sie sich für eine entscheiden. Gerriet Schröder: "Denn eine zu frühe Spezialisierung kann sich schlecht auf die körperliche Entwicklung auswirken, indem bestimmte Muskelgruppen besonders stark beansprucht werden und andere nur mangelhaft. Tabu sind deshalb auf jeden Fall auch Disziplinen wie Krafttraining." Zudem bestehe durch eine zu frühe Spezialisierung die Gefahr, dass die Sportart schnell langweilig wird.

Gemeinsamer Sport – Eltern brauchen nicht auf ihr Fitnessprogramm verzichten

Viele Eltern machen die Erfahrung, dass es schwerer fällt, das eigene Bewegungsprogramm und die eigene Fitness aufrecht zu erhalten, sobald Kinder im Haus sind. Neben der Doppelbelastung aus Familie und Beruf fehlt oft die Zeit für das eigene Wohlbefinden. Dass muss aber nicht sein. Denn es gibt viele Möglichkeiten, Kinder in den eigenen Sport mit einzubeziehen.

"Wenn ein Elternteil zum Beispiel Nordic Walking macht, kann es den Kinderwagen mitnehmen. Babys lieben das rhythmische Schaukeln, und ganz nebenbei kommt es so noch öfter an die frische Luft", rät Schröder. Sobald Kinder etwas älter sind, können und sollten sie auch aktiv am Sport der Eltern beteiligt werden. Bei kleinen Lauftouren können sie zum Beispiel problemlos auf dem Fahrrad oder mit den Inlineskates nebenher fahren.

Ganz wichtig ist natürlich auch der ausreichende Schutz des Kindes: Eltern sollten unbedingt auf die richtige Schutzausrüstung wie einen Helm achten, auch Knie- und Ellbogenschoner beim Inlineskaten sind für den Nachwuchs Pflicht.

Aber nicht überanstrengen

Besonders sollten Eltern beherzigen, dass das Kind nicht überanstrengt wird. Zu lange Sporteinheiten können nicht nur demotivieren, eine zu hohe Herzfrequenz kann auf Dauer das Herz-Kreislauf-System schädigen. Auch Knochen und Gelenke befinden sich noch im Wachstum und dürfen nicht zu stark belastet werden. Ausdauerläufe oder mehrstündige schwierige Fahrradtouren mit vielen Anstiegen oder durch offenes Gelände sind deshalb nur bedingt für den gemeinsamen Sport geeignet. Entweder sollte die Trainingszeit dann verkürzt werden oder man kann nach einer kleinen, gemäßigten Runde gemeinsam mit dem Kind alleine sein Training fortsetzen.

Was für Erwachsene gilt, gilt natürlich in besonderem Maße auch für Kinder. Sie sollten beim Sport stets im Auge behalten werden. Wenn es keine Lust mehr auf Bewegung hat, sollten Sie es auch nicht zwingen. Achten Sie auch immer darauf, dass Ihr Kind genügend trinkt. Wasser oder Saftschorlen sind dafür besser geeignet als süße Limonaden oder Energy-Drinks. Und bei längeren Ausflügen sollte auch immer eine Pause für eine gesunde Mahlzeit eingelegt werden - Bananen oder Äpfel sind die idealen Pausensnacks.

Eltern, die mehr erfahren möchten, stehen die Bewegungsexperten der AOK Sachsen-Anhalt zur Verfügung. Sie geben viele wertvolle Tipps für den gemeinsamen Sport mit Kindern. Fragen Sie einfach bei Ihrem AOK-Kundencenter vor Ort nach einem Beratungstermin.

Weitere Informationen zu den Familienangeboten der AOK Sachsen-Anhalt unter: www.aok.de/familienexperten