Porto Alegre - Es kribbelt mehr und mehr, die Anspannung wird von Stunde zu Stunde größer - die deutsche WM-Auswahl fiebert ihrem Achtelfinal-Auftritt in Brasilien entgegen.

"Ich spüre, dass die Mannschaft brennt", sagte Joachim Löw vor dem Duell gegen Algerien am Montag (22.00 Uhr MESZ). "Ich bin absolut entspannt, ich bin konzentriert und fokussiert - genau wie die Mannschaft", versicherte der Bundestrainer in Porto Alegre.

Riesengroß ist das Interesse an der deutschen Elf im Süden Brasiliens: Als die Mannschaft nach dem Abschlusstraining am Sonntagabend am Hotel vorfuhr, warteten wieder zahlreiche Fans. Im erst dritten Match gegen die Nordafrikaner überhaupt soll nach zwei Niederlagen der erste Sieg her.

Auf Verlängerung oder gar Elfmeterschießen wollen sich Philipp Lahm und Co. nicht einlassen: "Wir wollen alles in 90 Minuten regeln, aber wir wissen, dass es keine leichte Aufgabe wird", sagte der Kapitän und warnte vor der "vermeintlich kleinen Fußball-Nation". Alle müssten voll konzentriert sein: "Ansonsten ist man schneller zu Hause als man denkt."

Die Fans zu Hause erwarten einen Sieg der deutschen Elf, die sich aber noch nicht mit einem möglichen Viertelfinale am Freitag in Rio de Janeiro beschäftigen will. "Frankreich ist bei uns überhaupt nicht in unseren Köpfen. Wir haben gesagt, wer glaubt, dass er einen Gegner im Achtelfinale unterschätzen kann, der macht einen riesengroßen Fehler", betonte Löw. "Wir sind 100 Prozent aufs Achtelfinale fokussiert und nicht eine Runde weiter", erklärte Lahm.

Im Gegensatz zu den Duellen in der Hitze oder Schwüle von Salvador, Fortaleza und Recife herrschen in Porto Alegre gemäßigte Temperaturen von knapp 15 Grad. "Ob es ein Vorteil sein wird, hier zu spielen", so Bundestrainer Löw, könne er erst nach dem Spiel beantworten.

Vermutlich wird der 54-Jährige die selbe Formation auf den Rasen des Estadio Beira-Rio schicken, die schon gegen Portugal und Ghana auflief. Der angeschlagene Jérome Boateng stand beim Abschlusstraining mit auf dem Rasen. Der wegen einer Zerrung pausierende Lukas Podolski schaute den Kollegen von der Bank aus zu und will das Team von außen unterstützen. Löw wollte mit seinem Trainerstab danach noch "taktische Dinge diskutieren" und eine Entscheidung über die Startelf fällen.

Der Gegner, der 1982 mit 2:1 und 1964 mit 2:0 gegen die deutsche Auswahl gewann, brennt auf Revanche für die "Schande von Gijon". Bei der WM 1982 war Algerien nach einem Nichtangriffspakt zwischen Deutschland und Österreich ausgeschieden.

"Das ist überhaupt kein Thema bei uns. Das haben wir nichtmal angeschnitten", erklärte Löw, der vor der Partie noch ein leichtes "Anschwitzen" und eine Teamsitzung angesetzt hat. "Ich weiß, dass dieses Thema in Algerien schon ständig präsent ist, dass sie versuchen, die Mannschaft über diese Schiene zu motivieren."