Magdeburg - Nach seiner Flucht bei einem bewachten Freigang in Aschersleben soll ein 38 Jahre alter Schwerverbrecher zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und zwei Monaten verurteilt werden. Der in Burg Inhaftierte habe sich der Freiheitsberaubung schuldig gemacht, als er den Geburtstag seines kleinen Sohnes im August 2012 zur Flucht nutzte und zwei Bewacher und weitere Gäste kurzzeitig in einer Wohnung einschloss, sagte die Staatsanwältin am Freitag am Landgericht Magdeburg in ihrem Plädoyer.

Die geständige, 36 Jahre alte Ex-Frau des Mannes und ein 45 Jahre alter Mann, der im Prozess geschwiegen hat, sollen wegen Gefangenenbefreiung zu Bewährungsstrafen von einem Jahr und zwei Monaten beziehungsweise einem Jahr und neun Monaten verurteilt werden. Unter anderem sollen sie das Fluchtauto besorgt haben, so die Anklage. Alle drei Verteidiger forderten Freisprüche.

Der Geflohene wurde zehn Tage später in Berlin gefasst. Er sitzt unter anderem wegen zweifacher Vergewaltigung in Haft, eine anschließende Sicherungsverwahrung ist angeordnet. Der Prozess des Amtsgerichts Aschersleben wird aus Sicherheitsgründen am Landgericht Magdeburg verhandelt.