Berlin - Kugel-Hüne David Storl besiegt die US-Boys, Sprinterin Verena Sailer rennt immer schneller, Stabhochspringerin Lisa Ryzih landet auf Europas Gipfel: Gut einen Monat vor den Europameisterschaften in Zürich kommen Deutschlands Leichtathletik-Asse immer besser in Form.

Zu den heißen Gold-Favoriten zählt dann vor allem Kugelstoß-Doppelweltmeister Storl. Beim dritten Diamond-League-Meeting dieser Saison feierte der 23 Jahre alte Chemnitzer am Samstagabend seinen ersten Sieg. Der Sachse gewann die hochkarätige Konkurrenz mit 21,42 Metern knapp vor seinem Dauerrivalen Reese Hoffa (21,38) aus den USA. Hoffas Landsmann Kurt Roberts wurde mit 20,67 Metern Dritter.

Im Kurpark von Rottach-Egern hob Lisa Ryzih zu einem bemerkenswerten Höhenflug ab: Im zweiten Versuch schwang sich die 25-Jährige über 4,71 Meter - in Europa ist im EM-Jahr noch keine Stabhochspringerin besser gewesen als die Psychologie-Studentin aus Ludwigshafen. "Gott sei Dank hat es geklappt", sagte die Olympia-Sechste, "ich warte seit Jahren auf eine solche Höhe."

Bitter endete die Saison für Kollegin Martina Strutz. Ein Anriss der Plantarsehnenfaszie im linken Fuß macht weitere Sprünge der WM-Zweiten von 2011 aus Neubrandenburg unmöglich. Im Hinblick auf die WM 2015 und Olympia 2016 sei dies aber "die richtige Entscheidung" gewesen, meinte Strutz.

Beim Heimspiel in Mannheim trumpfte Verena Sailer groß auf. Die frühere 100-Meter-Europameisterin sprintete am Samstag im Rahmen der Junioren-Gala in 11,14 Sekunden zum Sieg. "Es läuft in dieser Saison sehr gut", sagte sie. Sailer blieb 3/100 Sekunden unter ihrer Saisonbestmarke, die EM-Norm (11,32) hatte auch Tatjana Pinto (Münster/11,21) erfüllt. Beim Ausflug nach Paris knackte der Tübinger Arne Gabius als zweiter Deutscher die Norm über 5000 Meter. In 13:25,50 Minuten kam der 33-Jährige als 13. ins Ziel.

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) wird ein großes und leistungsstarkes Team zum Saisonhöhepunkt in die Schweiz schicken. Sportdirektor Thomas Kurschilgen hatte angedeutet, dass "bis zu rund 80 Athleten in den Einzeldisziplinen" im DLV-Aufgebot stehen können. Eine weitere Gelegenheit zur Normerfüllung bieten am 26./27. Juli die deutschen Meisterschaften in Ulm. Dort wird es auch für Stabhochsprung-Weltmeister Raphael Holzdeppe ernst, der in dieser Saison erst 5,53 Meter geschafft hat und die Norm (5,70) spätestens bei den "Deutschen" knacken will.

Stabhochsprung-Weltrekordler Renaud Lavillenie hat sich vorzeitig den Sieg im Diamond Race und damit eine Prämie von 40 000 Dollar (29 425 Euro) gesichert. Der 27 Jahre alte Franzose gewann auch den fünften Wettbewerb der Diamond-League-Saison. Im Stade de France setzte sich der Olympiasieger mit 5,70 Metern vor den höhengleichen Augusto Dutra (Brasilien) und seinem Landsmann Kevin Ménaldo durch.

Fünf Jahresweltbestleistungen krönten den Abend in Paris - Ausrufezeichen setzten die Hürdensprinter. Der Olympia-Dritte Hansle Parchment (Jamaika) flitzte über die 110 Meter so schnell wie nie: In 12,94 Sekunden kam er bis auf 14/100 an den Weltrekord von Aries Merritt (USA) heran. Die 100 Meter Hürden der Frauen gewann die Amerikanerin Dawn Harper-Nelson in erstklassigen 12,44 Sekunden.