Magdeburg - Die Zahl der Gemeinschaftsschulen in Sachsen-Anhalt steigt mit dem kommenden Schuljahr auf 22. Zu den seit einem knappen Jahr bestehenden 13 Schulen kämen nach dem Sommer neun hinzu, teilte das Kultusministerium am Mittwoch in Magdeburg mit. Alle Schulen haben sich freiwillig für die Umwandlung entschieden. Dort lernen Schüler bis zur achten Klasse zusammen im Klassenverband.

Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) zog nach dem ersten Jahr mit der neuen Schulform eine positive Bilanz. Es gebe ein Netzwerk von Schulen, die sich über Möglichkeiten des längeren gemeinsamen Lernens austauschten.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft teilt die Einschätzung. "Dort, wo es ernst genommen wird, herrscht wirklich eine Aufbruchstimmung", sagte GEW-Sprecher Hans-Dieter Klein der Nachrichtenagentur dpa. "Da sind Schulreformer am Werk, das ist nicht aufgezwungen." Die Schüler profitierten davon, dass leistungsstärkere und -schwächere zusammen lernten. Spannend werde es auch noch einmal, wenn die ersten Schüler zum Abitur geführt werden sollten - es gehe dann darum, Partnerschulen zusammenzubringen.

Die ersten Gemeinschaftsschulen waren im vergangenen Jahr mit fünften Klassen gestartet. Deshalb dauert es noch einige Jahre, bis es die ersten Absolventen gibt.