Genthin/Duisburg - Die Belegschaft des Waschmittelwerkes Genthin gibt sich nach Bekanntgabe des Insolvenzantrages für den Mutterkonzern Hansa Group kämpferisch. "Wir sind optimistisch, das alles wieder ins Lot kommt", sagte der Betriebsratsvorsitzende Olaf Thiele am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. Die Betriebsräte aller betroffenen Werke stünden in engem Kontakt mit der Konzernleitung, das Verhältnis sei gut. "Die Produktion läuft in drei Schichten", so Thiele. Das Waschmittelwerk gehört seit 2009 zur Hansa Group.

Das Mutterunternehmen hatte zuvor einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beim Amtsgericht in Duisburg gestellt. Ein Gerichtssprecher bestätigte am Donnerstag auf Anfrage den Eingang des Antrags. Mit einer Entscheidung über die Eröffnung des Verfahrens werde in den kommenden Tagen gerechnet, hieß es. Hansa Group hatte das Werk in Genthin mit 130 Beschäftigten vom Henkel-Konzern übernommen. Erst im Jahr 2012 hatte Hansa hier eine Anlage zur Produktion von Tensiden für 50 Millionen Euro in Betrieb genommen. Pro Jahr können 100 000 Tonnen dieses Grundstoffs für Waschmittel produziert werden.

Hansa Group hatte angekündigt, trotz des Insolvenzantrags seinen Geschäftsbetrieb weiter aufrecht halten zu wollen. Dazu werde man unverzüglich Gespräche mit Kunden und Lieferanten aufnehmen, so der in den Vorstand geholte Sanierungsexperte Bernd Depping.

Der Putzmittelhersteller mit Unternehmenssitz in Genthin und Verwaltungssitz in Duisburg hatte in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2013 bei einem Umsatz von rund 250 Millionen Euro ein Minus von 18,1 Millionen Euro erwirtschaftet. Einen Abschluss für das Gesamtjahr hat das Unternehmen noch nicht vorgelegt.

Die Hansa Group beschäftigt rund 500 Mitarbeiter und betreibt neben Genthin auch Standorte in Ibbenbüren und Düren (Nordrhein-Westfalen). Produziert werden unter anderem Rohstoffe für Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel.