Berlin - Die umstrittene neue Nord-Süd-Stromtrasse nach Bayern wird nach Informationen des "Focus" nicht wie ursprünglich geplant gebaut. Darauf hätten sich die Vorsitzenden von CDU, CSU und SPD geeinigt, berichtet das Nachrichtenmagazins in seiner neuen Ausgabe. Angela Merkel, Horst Seehofer und Sigmar Gabriel vereinbarten demnach, das sogenannte Bundesbedarfsplangesetz zu ändern. Darin sind bislang Anfangs- und Endpunkt der 450 Kilometer langen Stromtrasse fest verankert: Bad Lauchstädt in Sachsen-Anhalt und Meitingen bei Augsburg. Sie sollen nun neu festgelegt werden.

Die Höchstspannungsleitung ist eine von drei geplanten Haupttrassen der Energiewende und soll 2022 fertig sein. Bayern hatte der Planung zunächst zugestimmt, nach Protesten gegen den Trassenverlauf aber Bedenken angemeldet. Auch in Thüringen hatte es Widerstand gegen die Leitung gegeben. In Bayern befürchtet man, dass darüber vor allem Braunkohlestrom aus den Revieren im Osten in den Freistaat fließen könnte. Deshalb soll der neue Anfangspunkt der Trasse laut "Focus" jetzt voraussichtlich in Mecklenburg-Vorpommern liegen, weil dort vorwiegend Windenergie erzeugt wird.