Magdeburg - Die Stilllegung des Atommülllagers Morsleben verzögert sich weiter. Die Voraussetzung dafür sind ausreichende Beweise, dass der Müll in dem Salzstock auch über Tausende Jahre keine Gefahr darstellt. Die gebe es aber noch nicht, berichtete die "Magdeburger Volksstimme" am Mittwoch. Das Umweltministerium in Magdeburg geht laut seinem Sprecher Detlef Thiel davon aus, dass der Nachweis für die Langzeitsicherheit grundsätzlich erbracht werden kann. "Es gibt keine Zweifel an der Sicherheit", sagte er am Mittwoch. Morsleben wäre das erste deutsche Atomendlager, das stillgelegt würde. Der Vorgang hat sich immer wieder verzögert.

Das Endlager Morsleben war zu DDR-Zeiten in einem Salzstock eingerichtet worden. Nach einer Klage des Bundes für Umwelt und Naturschutz wird seit 1998 kein Müll mehr eingelagert. Insgesamt liegen dort 37 000 Kubikmeter atomarer Abfall vor allem aus Forschungseinrichtungen, aber auch aus dem früheren DDR-Kernkraftwerk Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern.