Magdeburg - Die Landesregierung ermutigt die Unternehmen in Sachsen-Anhalt zu mehr Exporten. Die Firmen sollten verstärkt prüfen, ob sie neue Märkte für ihre Produkte im Ausland erschließen könnten, sagte Wirtschaftsstaatssekretärin Tamara Zieschang (CDU) am Dienstag bei der Vorlage des neuen Außenwirtschaftskonzepts des Landes. Auch Handwerksbetriebe könnten auf Auslandsmärkten aktiv werden, es müsse aber das Interesse geweckt werden. "Es ist viel Psychologie", sagte Zieschang.

Die Landesregierung will Auslandsengagements auch finanziell fördern. Konkret sieht das Konzept vor, dass Unternehmen künftig bis zu 12 000 Euro statt wie bisher 4000 Euro für ihre Präsentation auf einer internationalen Messe erhalten können. Damit werde der Aufwand für die Förderanträge in ein besseres Verhältnis zur Förderungshöhe gesetzt, sagte Zieschang. Die Förderung von regionalen Messeauftritten ohne Auslandsbezug soll dagegen wegfallen.

Im vergangenen Jahr lagen die Exporte der Unternehmen in Sachsen-Anhalt bei 15,0 Milliarden Euro und damit nur 0,6 Prozent höher als im Vorjahr. Die Importe kletterten dagegen um 3,3 Prozent auf 16,2 Milliarden Euro. Davon entfielen allein 6,3 Milliarden Euro auf Öl und Gas.

Die Exportquote als Anteil der Auslandsumsätze am Gesamtumsatz der Industrie liegt in Sachsen-Anhalt weiterhin mit weniger als 30 Prozent deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Ursachen seien die kleinteilige Industrie und die relativ große Bedeutung von Zulieferbetrieben, sagte Zieschang.

Für das Außenwirtschaftskonzept hatte die Wirtschaftsberatung PricewaterhouseCoopers eine Analyse erstellt. Demnach werden große Chancen für die Unternehmen des Landes vor allem in China, Russland, Vietnam, Südafrika und in den USA gesehen. Die Landesregierung gibt in ihrem Konzept allerdings keine regionalen Empfehlungen. Für jede Branche gebe es individuelle Märkte, sagte Zieschang. Bestehende Kontakte sollten aber genutzt werden.