Berlin - Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, hat davor gewarnt, den Kindern ehemaliger DDR-Bürger ein Geschichtsbild zur DDR vorzugeben. Damit werde man der Sache nicht gerecht, sagte er in einem Interview mit der Wochenzeitung "Das Parlament". Er wolle die nächsten Generationen befähigen, ihren Eltern Fragen zu stellen. Dabei müsse man aber sensibel vorgehen und ihnen Informationen geben, mit denen sie sich frei auseinandersetzen könnten.

Nach Einschätzung von Jahn befreien sich Täter auch von einer Last, indem sie sich zu ihrer Biografie bekennen. "Mir ist wichtig, dass offen über die eigene Rolle in dieser Diktatur gesprochen werden kann, ohne dass gleich verurteilt wird, ohne dass gleich Leute in eine Ecke gestellt werden", sagte Jahn, der als DDR-Bürgerrechtler zwangsausgebürgert worden war.