Leipzig - Die juristische Aufarbeitung der Affäre um den früheren Unterhaltungschef des MDR-Fernsehens, Udo Foht, zieht sich hin. Das Landgericht Leipzig hat auch ein dreiviertel Jahr nach Anklageerhebung noch nicht über die Eröffnung des Prozesses entschieden. Dementsprechend sei auch überhaupt noch nicht absehbar, wann ein Prozess gegen den einst mächtigen Fernsehmanager beginnen könnte, sagte ein Gerichtssprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa.

Die Staatsanwaltschaft hat Foht wegen 13-fachen Betrugs, Untreue, Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung angeklagt. Als MDR-Unterhaltungschef soll er jahrelang illegale Zahlungen an einen von ihm geförderten Ex-Moderator und Autor organisiert haben. Foht hat nie öffentlich zu den Vorwürfen Stellung bezogen. Auch der Ex-Moderator soll sich nach dem Willen der Staatsanwaltschaft mit vor Gericht verantworten, weil er Foht erpresst habe.

Der MDR hatten seinem Quotenkönig Foht nach Bekanntwerden der Vorwürfe 2011 fristlos gekündigt. Eine Verhandlung am Arbeitsgericht Leipzig endete mit einem Vergleich. Foht prägte als Entdecker von TV-Größen wie Florian Silbereisen das Unterhaltungsprofil des MDR-Fernsehens.