Magdeburg (dpa) | Die Zahl der Autoaufbrüche in Sachsen-Anhalt ist im ersten Halbjahr 2014 teils deutlich angestiegen. Die Polizeidirektion Ost in Dessau-Roßlau berichtete von einem Anstieg um 25,1 Prozent auf 528 Diebstähle. Die Direktion Süd meldete einen Anstieg um fast zehn Prozent, im Norden kletterte die Fallzahl dagegen nur leicht um zwei Prozent.

Typischerweise schlagen die Täter innerhalb von nur wenigen Sekunden die Seitenscheibe eines Autos ein und greifen Taschen oder anderen Gegenständen. Ruhige Parkplätze an Friedhöfen oder Kindertagesstätten seien bevorzugte Tatorte, erklärte Polizeioberkommissarin Susan Resetaritz von der Polizeiliche Prävention der Direktion Ost jüngst in einer Mitteilung.

Die Entwicklung der Fallzahlen ist je nach Polizeirevier sehr unterschiedlich. Den größten Anstieg im Süden gab es mit plus 53,6 Prozent auf 387 Fälle im Burgenlandkreis, berichtete die Polizei in Halle auf Anfrage. Einen extremen Rückgang meldete dagegen das Polizeirevier Halle mit minus 28,5 Prozent auf 233 Fälle. In der Summe steht in der Polizeidirektion Süd ein Plus von 9,5 Prozent auf 1106 Fälle.

Im Süden gehen Dutzende Fälle nach Ermittlungen der Polizei auf einen einzigen Täter zurück. Ein 29-Jähriger wurde Anfang Juni in Untersuchungshaft genommen - ihm werden rund 100 Diebstähle 2013 und weitere Fälle im laufenden Jahr angelastet. In den meisten Fällen soll er die Scheiben von Autos eingeschlagen haben. Diebesgut wurde bei ihm sichergestellt.

Im Norden Sachsen-Anhalts blieben die Fallzahlen dagegen im ersten Halbjahr fast konstant. Im ersten Halbjahr 2013 wurden 1341 Fälle von Kfz-Einbrüchen erfasst, im ersten Halbjahr des laufenden Jahres waren es zwei Prozent mehr, erklärte die Polizeidirektion in Magdeburg.

Die Polizei rät, niemals Wertvolles im Auto liegen zu lassen. "Ein Auto ist kein Safe oder Schließfach", meinte Resetaritz. Wer Opfer eines Autoaufbruchs werde, solle Strafanzeige erstatten.

Nach der Polizeilichen Kriminalstatistik war die Zahl der Diebstähle insgesamt bereits im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Zusammen wurden 2013 rund 80.200 Diebstähle registriert, im Vorjahr waren es rund 75.000.