Ilsenburg/Halberstadt - Eine heftige Unwetterfront mit Starkregen hat die Kleinstadt Ilsenburg im Harz unter Wasser gesetzt. Über dem Ort habe sich am Samstagabend eine Gewitterzelle entladen, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes in Leipzig am Sonntag. Binnen einer Stunde seien 80 bis 120 Liter Wasser pro Quadratmeter niedergegangen. Die Regenfluten hätten den Fluss Ilse in kürzester Zeit extrem anschwellen lassen.

Nach Angaben der Polizei in Halberstadt stand die Ilsenburger Innenstadt teilweise bis zu 40 Zentimeter unter Wasser. Die Feuerwehr musste zu insgesamt 90 Einsätzen ausrücken und vor allem Keller leer pumpen. In manchen Gebäuden habe das Wasser einen halben Meter hoch gestanden. Verletzt wurde niemand.

Der Pegelstand der Ilse, der normalerweise bei 1,25 Meter liege, sei auf mehr als zwei Meter angestiegen, sagte ein Sprecher der Einsatzleitung der Feuerwehr.

Nach Polizeiangaben entspannte sich die Lage in Ilsenburg im Laufe der Nacht und am Sonntag. Die Hauptstraßen seien wieder befahrbar. Der Pegelstand der Ilse kehre wieder auf den Normalstand zurück, sagte ein Sprecher. Die Menschen hätten mit den Aufräumungsarbeiten begonnen.

Der Deutsche Wetterdienst hatte am Sonntag vor weiteren Unwettern mit Starkregen und Hagel in Sachsen-Anhalt gewarnt. Bis zum Nachmittag waren diese jedoch weitgehend ausgeblieben. In Elbingerode schlug ein Blitz in ein Alten- und Pflegeheim ein, verletzt wurde aber niemand, wie die Polizei mitteilte. In Susenburg, einem Ortsteil von Rübeland im Harz, musste die Feuerwehr mehrere Keller auspumpen.