Ulm - Der mehrfache Paralympics-Sieger Wojtek Czyz sieht den Sieg des behinderten Weitspringers Markus Rehm bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften der Nichtbehinderten als Durchbruch der Inklusion.

"Eine neue Ära das Behindertensports bricht an", sagte der 33-Jährige laut einer Mitteilung zum Erfolg seines früheren Clubkollegen von Bayer Leverkusen. Der unterschenkelamputierte Rehm gewann am Samstag in Ulm den Titel mit 8,24 Meter und erfüllte die Norm für die EM im August in Zürich. Als Inklusion wird die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen bezeichnet.

"Damit setzt er eine Entwicklung fort, die unter anderem von Oscar Pistorius bereits vor einigen Jahren eingeleitet wurde", meinte Czyz zur Leistung von Rehm. Der südafrikanische 400-Meter-Läufer Pistorius nahm als erster beidbeinig amputierter Sportler an den Olympischen Spielen 2012 in London teil. Genau wie bei Pistorius deute sich bei Rehm nun eine Debatte um die Vergleichbarkeit von Leistungen an.

"Dabei dreht es sich bemerkenswerterweise nicht um die Frage, ob Behinderte gegenüber ihrer nichtbehinderten Konkurrenz einen Wettbewerbsnachteil hinnehmen müssen, sondern ob im Gegenteil die Prothese ihnen einen Wettbewerbsvorteil verschafft", erklärte Czyz, dessen Biografie "Wie ich mein Bein verlor und so zu mir selbst fand" im August erscheint.