Rostock - Ein gewalttätiger Anhänger des FC Hansa Rostock ist am Mittwoch wegen schweren Landfriedensbruchs und weiterer Delikte zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Nach Angaben des Amtsgerichts Rostock muss der 25-Jährige zudem 100 Stunden gemeinnützige Tätigkeiten verrichten und darf zehn Monate keine Hansa-Spiele besuchen - auch nicht auswärts. Zur Durchsetzung dieser Weisung muss er sich jedes Mal vor Spielbeginn bei der Polizei an seinem Wohnsitz melden. Für ihn wurde zudem eine Bannmeile von zwei Kilometern um die Rostocker DKB-Arena festgelegt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann in einer Gruppe von etwa 200 teils vermummten Hansa-Fans war, die nach dem Drittliga-Spiel gegen den Halleschen FC Ende Oktober 2013 randaliert hatten. Aus der Menge heraus waren unter anderem Steine und Flaschen in Richtung der Halle-Fans geworfen worden. Auch das Hansa-Spiel an diesem Mittwoch gegen Holstein Kiel gilt als Hochrisiko-Spiel.

Ein Polizist habe am Mittwoch dem Gericht berichtet, dass nach dem Halle-Spiel 118 Ermittlungsverfahren eingeleitet wurden, sagte eine Gerichtssprecherin. Bei 102 davon seien Strafbefehle erlassen worden. Nach Angaben des Gerichts wurden etwa 15 Prozesse angesetzt, neun davon hätten bislang meist mit Bewährungs- oder Geldstrafen geendet.