Cincinnati - Andrea Petkovic weinte nach ihrem Erstrunden-Aus in Cincinnati. Die Viruserkrankung ist zwar auskuriert, dafür läuft es auf dem Tennisplatz nicht mehr - und das keine zwei Wochen vor den US Open.

Nach ihrer deutlichen 3:6, 3:6-Erstrunden-Niederlage gegen Sloane Stephens aus den USA wirkte die French-Open-Halbfinalistin ratlos. "Ich habe einfach heute eines meiner schlechtesten Matches gespielt. Mir ist nichts gelungen", sagte Petkovic der Nachrichtenagentur dpa schluchzend.

Gegen Stephens hatte die Darmstädterin zwar auch die beiden vorangegangenen Partien verloren - jedoch jeweils in drei Sätzen und nach großem Kampf. Diesmal hingegen klappte läuferisch und spielerisch kaum etwas. Auf ihre jüngste Erkrankung, die sie in der Vorwoche noch zur Absage in Montréal gezwungen hatte, wollte Petkovic die Niederlage nicht zurückführen - wenngleich sie erst vor zwei Tagen wieder das Training aufgenommen hatte.

Nachdem die Vorbereitung auf das letzte Grand-Slam-Turnier der Saison mit dem Halbfinal-Einzug in Stanford zunächst gut begann, wirkte die wiedererstarkte Nummer 19 der Weltrangliste nun so ratlos, wie man sie sonst nur nach ihren schweren Verletzungen kannte. "Wenn ich so spiele wie heute, habe ich für die US Open keine Hoffnungen", betonte Petkovic. Sie müsse bis zum Auftakt in New York am 25. August ihren Rhythmus finden, erklärte die 26-Jährige. "Aber manchmal geht es einfach nicht."

Sabine Lisicki konnte kam nach dem 6:3, 2:6, 6:2 über die Italienerin Roberta Vinci dagegen lächeln und sprach von "großem Selbstvertrauen" nach dem 1:33 Stunden langen Match. Vinci spiele Tennis der alten Schule mit einer häufig unterschnittenen Rückhand und vielen Netzangriffen. "Zudem hat sie natürlich viel Erfahrung", meinte Lisicki. Sie stand der 31-jährigen Weltklasse-Doppelspielerin zum ersten Mal gegenüber und trifft in der zweiten Runde auf Vincis Partnerin Sara Errani. Die Rechtshänderin aus Bologna - immerhin schon Finalistin der French Open - hatte Lisicki zuletzt in Montréal in zwei Sätzen besiegt. "Ich muss wieder aggressiv spielen und nicht zu viele Fehler machen", sagt die 29. der Weltrangliste.

Vor einer großen Hürde beim mit 2,57 Millionen Dollar dotierten Damen-Hartplatzturnier stand ebenfalls am Mittwoch Annika Beck. Die 20-jährige Qualifikation aus Bonn musste sich nach ihrem überraschenden 6:3, 2:6, 6:3 gegen Garbiñe Muguruza aus Spanien mit der ehemaligen Weltranglisten-Ersten Jelena Jankovic auseinandersetzen. Die Serbin wird in der Weltrangliste auf Platz neun geführt - 57 Positionen vor Beck.

Beim parallel ausgetragenen ATP-Masters verlor Benjamin Becker in der zweiten Runde gegen den Schweizer Australian-Open-Gewinner Stan Wawrinka 3:6, 5:7 (6:7). Vorzeitig beendet ist die Veranstaltung überraschend für Jo-Wilfried Tsonga. Beim Franzosen, am Sonntag noch strahlender Sieger in Toronto, war beim 1:6, 4:6 gegen den Russen Michail Juschni die Luft komplett raus. Der in Toronto früh gegen Tsonga ausgeschiedene Weltranglisten-Erste Novak Djokovic aus Serbien quälte sich zum 6:3, 4:6, 6:4 über den Franzosen Gilles Simon und gestand: "Es macht keinen Spaß, schlecht zu spielen."