Berlin - Der WM-Zweite Marco Koch hat sich gleich zu seinem EM-Auftakt in Medaillenform präsentiert. Einen Tag nach seinem starken Auftritt mit der Mixed-Staffel über 4 x 100 Meter Lagen legte der Brustschwimmer bei der EM in Berlin in 2:09,11 Minuten die beste Zeit über 200 Meter hin.

"Ich konnte es zum Glück sehr kontrolliert zu Ende schwimmen", erklärte der 24-Jährige, der schon seinen ersten Renneinsatz am Vorabend genossen hatte. "Staffel macht immer Spaß. Das war eine super Atmosphäre und es war vielleicht auch nicht schlecht, zum reinkommen." Die erhoffte Medaille wurde auf Rang vier allerdings hauchdünn verpasst.

Vor einem Jahr in Barcelona war es Koch, der die deutschen Beckenschwimmer mit Silber über die 200 Meter vor der WM-Nullnummer bewahrte. Der Darmstädter ist längst ein Dauer-Anwärter für die vorderen Plätze und will nach EM-Silber 2012 im Kampf gegen die starken Briten diesmal ganz nach vorne. Zumal Olympiasieger und Weltmeister Dániel Gyurta (Ungarn) die 200 Meter Brust in Berlin auslässt.

"Marco ist auf jeden Fall ein Kandidat, der vorne ganz, ganz kräftig mitmischen wird", prognostizierte Chef-Bundestrainer Henning Lambertz nach einem aus deutscher Sichten guten Vorlauf-Abschnitt am Mittwoch. Ebenfalls in die nächste Runde kam Rückenschwimmer Nicolas Graesser über 50 Meter. Er legte in 25,15 Sekunden die insgesamt viertbeste Zeit hin. Im Halbfinale über 100 Meter Rücken stehen Jenny Mensing als Vorlauf-Elfte (1:01,52) und Lisa Graf als Vorlauf-13. (1:01,67). Die Frankfurterin Sarah Köhler erreichte auf Platz fünf in 8:31,03 Minuten das Finale über 800 Meter Freistil. Leonie Antonia Beck schied dagegen nach 8:43,54 Minuten und Platz 15 aus.

Am besten präsentierte sich erwartungsgemäß Koch. "Marco hat extra die 100 Brust rausgelassen, weil er merkt er hat hier viel drauf", sagte Lambertz. Eine weitere Silbermedaille wie bei der WM vor einem Jahr wäre "definitiv nicht" enttäuschend. "Er ist mehrfach im Jahr schnell und holt sich Sicherheit darüber. Wenn du etwas zehnmal machst, und zehnmal geht es gut, bist du dir sehr sicher, dass dieser Weg der richtige ist."

Koch, der außer bei seinem Heimcoach Volker Kreisel in diesem Jahr auch zweimal zwei Wochen unter der Regie des ehemaligen Bundestrainers Dirk Lange trainierte, fühlt sich in der EM-Saison gestärkt. Die Ernährung habe er umgestellt, er esse glutenfrei, versuche viele vegane Produkte zu sich zu nehmen. "Ich kann härter trainieren, regeneriere schneller, habe seit letztem Jahr fünf Kilo abgenommen und bin trotzdem stärker geworden", beschrieb Koch. "Das müsste eigentlich ein Zeichen dafür sein, dass ich schneller schwimmen kann als letztes Jahr." Der Vorlauf machte schon einmal Hoffnung.