Berlin - Die erste umfassende Ausstellung zur Fluchthilfe für DDR-Bürger ist von diesem Samstag an in Berlin zu sehen. Gezeigt wird, wie nach dem Mauerbau 1961 von westlicher Seite aus Fluchten von DDR-Bürgern organisiert wurden. Anfangs wurden dafür Tunnel gegraben oder Menschen in Autos oder Transitzügen in die Freiheit gebracht. Mit dem Ausbau der DDR-Grenzanlagen wurden die Aktionen aber immer schwieriger. Die Schau "Risiko Freiheit" in der Gedenkstätte Notaufnahmelager Marienfelde präsentiert auch gefälschte Pässe, Zeichnungen und Stasi-Berichte von Spitzeln.

Es werde deutlich, welchen Mut Menschen von westlicher Seite aus zwischen 1961 und 1989 aufbrachten, um Ostdeutschen zu helfen, sagte Gedenkstätten-Leiterin Maria Nooke. Die DDR-Staatssicherheit habe dafür gesorgt, dass gefasste Helfer zu hohen Haftstrafen verurteilt wurden.

Zur offiziellen Eröffnung am Freitagabend wird auch der deutsche Botschafter in Moskau, Rüdiger von Fritsch, erwartet. Er hatte nach Angaben der Gedenkstätte als junger Mann seinem Vetter bei der Flucht über Bulgarien in den Westen geholfen und einen Pass gefälscht. Die Utensilien dafür sind in der multimedialen Ausstellung (bis Ende Juni 2015) zu sehen.