Leipzig - Paukenschlag in der Handball-Bundesliga: Vier Tage nach dem Gewinn des Supercups hat Titelverteidiger THW Kiel sein Auftaktspiel in der Meisterschaft verloren. Das Team von Trainer Alfred Gislason kassierte beim TBV Lemgo eine überraschende 21:27 (13:14)-Pleite.

Für den THW Kiel war es die erste Niederlage in einem Bundesliga-Auftaktspiel seit dem 22:24 gegen den TuS N-Lübbecke 2002.

In der Vorsaison hatte Kiel Gastgeber Lemgo im Gerry-Weber-Stadion im westfälischen Halle noch mit 46:24 deklassiert. Beim ersten Spiel in der Lipperlandhalle seit neun Jahren lief der deutsche Rekordmeister ab dem 9:10 (19.) permanent einem Rückstand hinterher. Filip Jicha warf fünf Tore für die Kieler, bei denen Rene Toft Hansen in der 57. Minute nach drei Zeitstrafen Rot sah.

"Das war von uns kein überragendes Spiel", bekannte Trainer Alfred Gislason, "ich bin von uns sehr enttäuscht. Wir hatten keine gute Abwehr, keine Torhüter dahinter. Wir haben vorne auch viele Fehler gemacht, zu passiv gespielt."

Überragender Lemgoer Akteur war Torhüter Nils Dresrüsse, Patrick Zieker traf sechsmal. "Dresrüsse war überragend. Das ist ein super Auftakt, wir werden das alles erst in der kommenden Woche realisieren", lobte Trainer Nils Pfannenschmidt.

Wie der THW Kiel ist auch DHB-Pokalsieger Füchse Berlin mit einer Niederlage in die Saison gestartet. Vier Tage nach der Supercup-Niederlage in Stuttgart verlor das Team des neuen Bundestrainers Dagur Sigurdsson bei Frisch Auf Göppingen mit 27:29 (14:15).

Dagegen kam Champions-League-Sieger SG Flensburg-Handewitt zu einem ungefährdeten 29:23 (13:8) gegen Aufsteiger TSG Friesenheim. Bei seinem Bundesliga-Comeback markiert Lars Kaufmann sechs Treffer und war damit zweitbester Flensburger Werfer nach Anders Eggert (8). MT Melsungen gewann beim TSV Hannover-Burgdorf mit 26:22 (13:9), der Bergische HC bezwang die SG BBM Bietigheim mit 33:27 (14:12). Aufsteiger HC Erlangen verlor gegen den TuS N-Lübbecke 25:30 (15:18).