Letzlingen - Bei einem Brandanschlag auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes Altmark nördlich von Magdeburg ist in der Nacht zu Sonntag ein Schaden von rund 450 000 Euro entstanden. Unbekannte setzten einen Bagger in Brand und beschädigten weitere Baufahrzeuge, wie Polizei und Bundeswehr am Sonntag mitteilten. Schmierereien am Tatort deuteten auf einen Zusammenhang mit den Protesten gegen die Bundeswehr, sagte ein Bundeswehrsprecher.

Nach ersten Ermittlungen hatten die unbekannten Täter am Samstagabend die Scheiben der Baufahrzeuge eingeworfen und drei Brandsätze gelegt. Als der erste Bagger in Flammen aufging, wurde dies nach Angaben der Bundeswehr von der Besatzung eines Bundeswehr-Hubschraubers bemerkt, der zum Tatort flog. Die Täter fühlten sich dadurch womöglich gestört und flüchteten, ohne die anderen Brandsätze zu zünden.

Die Fahrzeuge - zwei Bagger, ein Radlader und ein Lastwagen - gehören einer Baufirma aus Burg, die Flächen für die Pflanzen- und Tierwelt wiederherstellen soll. Es sei eindeutig erkennbar gewesen, dass es sich nicht um Fahrzeuge der Bundeswehr gehandelt habe, sagte der Bundeswehrsprecher.

Bei den Protesten unter dem Motto "War starts here" (Krieg beginnt hier) hatten eine Woche lang Dutzende Bundeswehrgegner gegen den Übungsplatz demonstriert. Dreimal wurden kleine Bereiche des riesigen Areals besetzt, zuletzt am sogenannten "Aktionstag" am Samstag vor dem Brandanschlag. Die Demonstranten hatten für die Protestwoche eigens wieder ein Zeltdorf errichtet.

Die Polizei, die mit bis zu 500 Beamten im Einsatz war, leitete mehr als 50 Ordnungswidrigkeitsverfahren ein, weil das Betreten des Militärgeländes verboten ist. Teils wurden auch Demonstranten herausgetragen. Nach Angaben der Bundeswehr entstand durch Schmierereien, der Zerstörung von Warnschildern und Schranken ein Sachschaden von rund 22 000 Euro.

Im vergangenen Jahr war am Rande der Proteste ein Brandanschlag auf die Bundeswehrkaserne in Havelberg nördlich des Geländes verübt worden. Dabei gingen auch gepanzerte Fahrzeuge in Flammen auf, der Sachschaden betrug rund zehn Millionen Euro. Die Täter wurden bislang nicht gefasst.

Die Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord bilanzierte am Sonntagabend, es seien dieses Jahr 20 Strafverfahren eingeleitet worden - gegenüber 58 im Vorjahr. "Zusammenfassend kann angemerkt werden, dass die diesjährigen Proteste überwiegend friedlich verliefen und nicht die Dimensionen der Vorjahre erreichte."