New York - Julia Görges hat auch beim letzten Grand-Slam-Turnier einer verkorksten Saison keinen Ausweg aus ihrer Krise gefunden. Die auf Platz 94 der Weltrangliste abgestürzte Tennisspielerin aus Bad Oldesloe verlor bei den US Open gegen die Italienerin Flavia Pennetta mit 3:6, 6:4, 1:6.

Damit scheiterte Görges zum dritten Mal nacheinander in New York bereits in der ersten Runde. Bei hochsommerlicher Hitze gelang der ehemaligen Nummer 15 der Welt zwar dank großem Kampfgeist der Satzausgleich zum 1:1, doch im dritten Durchgang schwanden Kräfte und Konzentration. Nach 1:43 Stunden Spielzeit auf Außenplatz 5 schlich die Schleswig-Holsteinerin deprimiert zum Netz und gratulierte ihrer an Nummer elf gesetzten Kontrahentin fair mit einem Küsschen auf die Wange.

Damit stehen von anfangs sechs deutschen Damen vier bei der mit 36,2 Millionen Dollar dotierten Hartplatz-Veranstaltung in der zweiten Runde. Am zweiten Turniertag folgte Mona Barthel (Neumünster) dem Trio Sabine Lisicki (Berlin), Angelique Kerber (Kiel) und Andrea Petkovic (Darmstadt). Barthel gewann gegen die an Nummer 32 gesetzte Chinesin Zhang Shuai überraschend deutlich mit 6:1, 6:2.

Nach nur 65 Minuten Spielzeit nutzte die Weltranglisten-54. vor den Augen von Bundestrainerin Barbara Rittner ihren ersten Matchball zum Sieg. "Ich war ziemlich ruhig und entspannt und habe ein wirklich gutes Match gespielt", sagte die Norddeutsche. Nächste Gegnerin ist Varvara Lepchenko aus den USA, in der dritten Runde könnte die Weltranglisten-Erste und Titelverteidigerin Serena Williams warten.

"Das wär natürlich schön, wenn ich das schaffen würde, aber jetzt bin ich erst mal froh über meinen Sieg und muss mich auf Lepchenko konzentrieren", sagte Barthel. Im Juli hat sie das WTA-Turnier im schwedischen Bastad gewonnen, in der Vorbereitung der US Open plagte sie zuletzt in Cincinnati und New Haven aber eine Viruserkrankung.

"Wahrscheinlich habe ich mich im Flugzeug erkältet wegen der Klimaanlage", erzählte Barthel, die seit April in Offenbach an der Akademie der Ex-Profis Rainer Schüttler und Alexander Waske trainiert und betonte: "Ich habe mich schon weiterentwickelt. Jetzt geht es darum, dass ich das auf einer konstanten Basis zeigen kann."

Kerber, Petkovic und Lisicki hatten tags zuvor ihre Erstrunden-Aufgaben mit deutlich mehr Mühe als erwartet gelöst. Die letztjährige Wimbledon-Finalistin Lisicki bekommt es an diesem Mittwoch mit der amerikanischen Wildcard-Inhaberin Madison Brengle zu tun. "Ich fühle mich gut und hoffe, dass ich mich nun von Runde zu Runde und von Match zu Match steigern kann", sagte die 24-Jährige.

Petkovic trifft ebenfalls am Mittwoch auf die Weltranglisten-63. Monica Puig aus Puerto Rico, gegen die sie von drei Partien schon zwei verloren hat. "Sie ist auch sehr unangenehm. Aber es ist wichtig, dass ich aus den Erfahrungen von heute lerne", sagte die 26 Jahre alte Darmstädterin nach dem 7:6 (9:7), 1:6, 6:3 gegen Ons Jabeur aus Tunesien. Die an Nummer sechs gesetzte Kerber spielt gegen die russische Qualifikantin Alla Kudrjawzewa.