Kattowitz - Mit einem phasenweise furiosen Auftritt gegen Tunesien sind Deutschlands Volleyballer bei der Weltmeisterschaft in Polen der zweiten Runde ein großes Stück näher gekommen.

Die Mannschaft von Bundestrainer Vital Heynen bezwang die weiter sieglosen Nordafrikaner in der Gruppe B verdient mit 3:1 (25:13, 25:19, 21:25, 25:12) und feierte in Kattowitz im dritten Vorrundenspiel den zweiten Sieg. "Wir haben die Aufgabe erfüllt, auch wenn wir am liebsten 3:0 gewonnen hätten", sagte Heynen. Beste Punktesammler waren der deutsche Mittelblocker Marcus Böhme von Fenerbahce Istanbul und Tunesiens Marouen Garci mit jeweils zwölf Zählern.

Gegen Finnland und zum Abschluss der Vorrunde gegen Südkorea kann der EM-Sechste, der nun sechs Punkte hat, das Weiterkommen perfekt machen. Im ersten Spiel des Tages hatte Südkorea mit 1:3 gegen Kuba verloren.

Gegen die Finnen sei nun jeder Punkt wichtig, betonte Heynen, der davon ausgeht, dass die Skandinavier weiterkommen. Sollten auch die Deutschen in Runde zwei einziehen, würden sie das Ergebnis also dorthin mitnehmen. Nur die Zähler gegen die zwei schlechtesten Teams der Sechser-Gruppe, die nach der Vorrunde ausscheiden, werden gestrichen. Den Vize-Weltmeister Kuba hatten die Deutschen am Mittwoch 3:0 geschlagen, nachdem sie zum Auftakt gegen Titelverteidiger Brasilien noch unterlegen gewesen waren.

Gegen Tunesien dominierte das Team um Kapitän Jochen Schöps die Partie zunächst nach Belieben. Nachdem der Tabellenletzte in den ersten Ballwechseln noch einigermaßen mithalten konnte, drehten die Deutschen auf und zogen im ersten Satz mit einem Sechs-Punkte-Lauf auf 15:8 davon. Gute Aufschläge, eine starke Annahme und eine sichere Blockabwehr waren die Garanten dafür, dass die überforderten Tunesier keine Chance hatten, ihrem Gegner gefährlich zu werden.

Auch im zweiten Durchgang konnte der frühere achtmalige Afrikameister das Spiel nur bis zum 3:3 ausgeglichen gestalten, doch spätestens beim Stand von 11:5 für Deutschland war auch dieser Satz entschieden. Heynen konnte es sich leisten, seinen Diagonalangreifer und Superstar Georg Grozer zunächst auf der Bank zu schonen. Der Belgier setzte stattdessen erneut auf Rotation: Während Mittelblocker Max Günthör und Libero Ferdinand Tille gegen Tunesien gar nicht im Aufgebot waren, standen Schöps, Christian Fromm, Tim Broshog und Libero Markus Steuerwald in der Stammformation.

Als im dritten Satz beim Favoriten die Konzentration nachließ und der Block Schwächen zeigte, konterte Tunesien aber und verkürzte auf 2:1 Sätze. Nach dem Durchhänger setzte Heynen im letzten Durchgang dann doch auf Grozer mit der Folge, dass Deutschland die Partie wieder kontrollierte und den Sieg souverän sicherte. "Wir haben drei Punkte mitgenommen", sagte Zuspieler Lukas Kampa. "Aber ich bin unzufrieden mit dem dritten Satz, da haben wir unnötig Kraft liegen gelassen."