Triest - Trotz einer erheblichen Leistungssteigerung haben die deutschen Volleyballerinnen ihren Sturzflug bei der WM in Italien nicht aufhalten können.

Die Mannschaft von Bundestrainer Giovanni Guidetti präsentierte sich beim 0:3 (16:25, 23:25, 23:25) in Triest gegen den Weltranglisten-Fünften China zwar entschlossener und leidenschaftlicher als in der schwachen Gruppenphase. Nach der Niederlage zum Auftakt der zweiten WM-Runde sind die Aussichten des EM-Zweiten auf die Finalspiele in Mailand aber nur noch mathematischer Natur. Das DVV-Team will am Donnerstag gegen den Weltranglisten-Dritten aus Japan jedoch zumindest sein mageres Punktekonto aufbessern.

"Es gab eine Reaktion. Die Mannschaft hat alles probiert", lobte Guidetti seine Truppe. "Ich hoffe, wir können diese Leistung weiter bringen." Kapitän Margareta Kozuch war stolz auf ihr Team. "Wir haben alles oder nichts gespielt. Aufgeben nach der Vorrunde hat keinen Platz bei uns", erklärte sie. "Die Sätze waren sehr knapp."

Kopf frei kriegen, auf andere Gedanken kommen - Guidetti hatte seine Mannschaft am Vorabend in eine Triester Eisdiele eingeladen. Der von dem Italiener gewünschte Effekt stellte sich auch von Beginn an ein. Die DVV-Frauen wirkten ernsthafter, konzentrierter und mutiger als in den ernüchternden Partien der Gruppenphase in Rom. Die Chinesen ließen sich davon aber nicht beeindrucken und zogen ihr druckvolles Angriffsspiel durch. Die deutschen Schmetterkünstler liefen im ersten Abschnitt permanent einem Rückstand hinterher (1:4, 7:13, 12:19). Den zweiten Satzball verwandelte der zweimalige WM-Champion sicher.

"Alle Spielerinnen müssen aggressiver spielen", hatte Guidetti verlangt. Der Weltranglisten-Neunte zeigte auch weiter die geforderte Reaktion: Die Annahme war stabiler und das Zuspiel sicherer als zuletzt, was auch einer verbesserten Kathleen Weiß lag.

Im zweiten Durchgang ließ sich der WM-Siebte von 2010 nicht abschütteln. Erst beim 7:11 verlor das Team vorübergehend den Anschluss. Der Block um Christiane Fürst hielt jedoch dicht, und so glichen die Deutschen zum 14:14 aus.

Es blieb ein intensiver Krimi, den Guidetti ruhiger und in sich gekehrter als sonst vom Spielfeldrand verfolgte. Keine Mannschaft konnte sich in der brisanten Schlussphase absetzen, ehe China den zweiten Durchgang hauchdünn mit 25:23 gewann.

Der Wille auf Wiedergutmachung war bei Kozuch und ihren Teamkolleginnen auch im dritten Satz offensichtlich. Sie hielten sich mit Leidenschaft im Spiel (10:10, 13:14) und kamen auch später auf 23:23 wieder heran. Über die gesamte Spieldauer erwiesen sich die Asiaten jedoch als zu stark für die DVV-Frauen.