Magdeburg l Nach knapp einem halben Jahr hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen zum tragischen Tod des 25-jährigen FCM-Fans Hannes eingestellt. Oberstaatsanwalt Frank Baumgarten sagte der Volksstimme, dass keine Fremdeinwirkung festgestellt werden konnte. Danach hatte der 1,90 Meter große durchtrainierte Mann selbst die Notöffnung der Regionalbahn nach Magdeburg kurz hinter dem Bahnhof Haldensleben am 1. Oktober 2016 betätigt. Er hatte sich knapp 80 HFC-Fans gegenübergesehen.

Keiner der Zeugen, mehr als 60 konnten damals namentlich ermittelt werden, hatte eine weitere Person bei Hannes gesehen, als er aus der geöffneten Tür verschwand. Durch die Notöffnung hatte der Zug beim Ausfahren aus dem Bahnhof nicht mehr beschleunigt. Dieser Umstand könnte laut der Ermittlungen dazu geführt haben, dass die tatsächliche Geschwindigkeit bei der vorherrschenden Dunkelheit an jenem Abend von ihm und den Fahrgästen unterschätzt wurde. Niemand hatte aus dem vollbesetzten Zug, in dem auch unbeteiligte Fahrgäste saßen, die Polizei gerufen.

Keine Hinweise auf Kampf

Dass Hannes ohne Fremdeinwirkung stürzte, dafür spreche auch das Obduktionsergebnis, sagte am Montag Baumgarten weiter. Es wurden keinerlei Anhaltspunkte für einen Kampf gefunden, nur die Kopfverletzungen vom Sturz, die später auch zum Tod geführt hatten. Zeugen hatten ihn nach dem Sturz etwa 300 Meter hinter dem Bahnhof Haldensleben schwer verletzt gefunden. Er verstarb am 12. Oktober im Magdeburger Universitätsklinikum. 

Mahnwache für Hannes S.

Magdeburg/Haldensleben (tw) l Mehr als 200 Menschen haben bei einer Mahnwache vor dem Block U, der Nordtribüne der MDCC-Arena in Magdeburg, des am Mittwoch verstorbenen FCM-Fans Hannes S. gedacht. In Haldensleben trauerten rund 500 Menschen um Hannes S.

  • Kerzen und Blumen vor dem Block U der MDCC-Arena in Magdeburg. Mehr als 200 Menschen gedenken des verstorbenen FCM-Fans Hannes S. Foto: Tom Wunderlich

    Kerzen und Blumen vor dem Block U der MDCC-Arena in Magdeburg. Mehr als 200 Menschen gedenken des...

  • Kerzen und Blumen vor dem Block U der MDCC-Arena in Magdeburg. Mehr als 200 Menschen gedenken des verstorbenen FCM-Fans Hannes S. Foto: Tom Wunderlich

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  • Kerzen und Blumen vor dem Block U der MDCC-Arena in Magdeburg. Mehr als 200 Menschen gedenken des verstorbenen FCM-Fans Hannes S. Foto: Tom Wunderlich

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  • Kerzen und Blumen vor dem Block U der MDCC-Arena in Magdeburg. Mehr als 200 Menschen gedenken des verstorbenen FCM-Fans Hannes S. Foto: Tom Wunderlich

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  • Mahnwache für Hannes am MDCC-Stadion in Magdeburg. Foto: Tom Wunderlich

    Mahnwache für Hannes am MDCC-Stadion in Magdeburg. Foto: Tom Wunderlich

  • Mahnwache für Hannes am MDCC-Stadion in Magdeburg. Foto: Tom Wunderlich

    Mahnwache für Hannes am MDCC-Stadion in Magdeburg. Foto: Tom Wunderlich

  • Mahnwache für Hannes am MDCC-Stadion in Magdeburg. Foto: Tom Wunderlich

    Mahnwache für Hannes am MDCC-Stadion in Magdeburg. Foto: Tom Wunderlich

  • Mahnwache für Hannes am MDCC-Stadion in Magdeburg. Foto: Tom Wunderlich

    Mahnwache für Hannes am MDCC-Stadion in Magdeburg. Foto: Tom Wunderlich

  • In Haldensleben trauerten rund 500 Menschen um den verstorbenen FCM-Fan Hannes S. Foto: Christian Bunsen

    In Haldensleben trauerten rund 500 Menschen um den verstorbenen FCM-Fan Hannes S. Foto: Christian...

  • In Haldensleben trauerten rund 500 Menschen um den verstorbenen FCM-Fan Hannes S. Foto: Christian Bunsen

    In Haldensleben trauerten rund 500 Menschen um den verstorbenen FCM-Fan Hannes S. Foto: Christian...

  • In Haldensleben trauerten rund 500 Menschen um den verstorbenen FCM-Fan Hannes S. Foto: Christian Bunsen

    In Haldensleben trauerten rund 500 Menschen um den verstorbenen FCM-Fan Hannes S. Foto: Christian...

Weitere Ermittlungen

Im Kern sind damit die Ermittlungen zum Tod von Hannes eingestellt. Die Ermittlungen zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei anderen Fans im Zug laufen aber noch. Welche das sind, dazu wollte sich Baumgarten mit dem Verweis auf das noch schwebende Verfahren nicht äußern. Bereits in Giffhorn hatte es Ärger mit den Ultra-Fans des Halleschen FC gegeben. Im Zug gab es immer wieder Auseinandersetzungen. Auch die Überwachungskamera war zwischenzeitlich von Unbekannten abgeklebt worden. Ein Zusammenhang zum Tod von Hannes, konnte aber nicht ermittelt werden. Es stellte sich heraus, dass das Abkleben von Überwachungskameras bereits zur Routine von Ultras bei Reisen mit dem Zug gehört.