Abu Dhabi - Erst der Rückschlag für René Adler, nun das Saisonaus für Maximilian Beister - für den sportlich wie finanziell gebeutelten Hamburger SV kommt es ganz dicke.

"Mich hat es richtig erwischt. Kreuzbandriss, Knorpel- und Meniskusschaden im linken Knie - alles auf einmal. Das ist natürlich ein riesen Schock für mich!", schrieb der 23 Jahre alte Stürmer auf Facebook. Mitte der Woche werde er in Augsburg operiert: "Danach muss ich mindestens sechs Monate pausieren."

Das Trainingslager des Bundesliga-14. in Abu Dhabi steht unter einem schlechten Stern. Völlig gefrustet traf in der Vorwoche Adler mit der schmerzhaften Kapselverletzung den Rückflug an, nun zog sich Beister am Freitagabend im Test gegen den niederländischen Tabellenzweiten Vitesse Arnheim (0:0) ohne Einwirkung eines Gegners die schwere Knieblessur zu. Er flog umgehend nach Hamburg, wo eine Kernspintomographie Klarheit über die Schwere der Verletzung gab.

"Ich weiß jetzt schon, dass ich noch stärker zurückkommen werde! Ich bitte alle Fans, die Mannschaft in der Rückrunde bis aufs Letzte zu unterstützen. Die Jungs brauchen jeden Einzelnen von euch!", appellierte Beister an die Fans, die von den schlechten Heim-Auftritten zuletzt ziemlich bedient waren.

Auf dem Übungsplatz in dem Wüstenstaat sind derzeit fast mehr Trainer und Betreuer als Profis zu sehen. Aussetzen müssen auch Pierre-Michel Lasogga (Oberschenkelzerrung), Heiko Westermann (Aufbautraining), Johan Djourou (Wadenverletzung) und der grippekranke Jonathan Tah.

"Wir haben viel Pech", sagte Trainer Bert van Marwijk. Der nur einen Tag zuvor an Hannover ausgeliehene Artjoms Rudnevs war dem Holländer nicht gut genug, nun fordert er einen neuen Angreifer. HSV-Sportdirektor Oliver Kreuzer sieht man in Abu Dhabi nur mit dem Handy am Ohr, er muss bis Transferschluss in drei Wochen fast ohne Geld einen Neuen finden: "Für uns ist es keine einfache Situation. Wir haben einen engen Geldbeutel", sagte er.

Eine Woche vor der mit Spannung erwarteten Mitgliederversammlung, wo sich der HSV wegen seines hohen Schuldenstandes erneut kritische Fragen gefallen lassen muss und es um die mögliche Ausgliederung der Profiabteilung geht, braucht man dringend positive Nachrichten.