Bremen - Er lief 79-mal für die Nationalmannschaft auf, gewann einmal die deutsche Meisterschaft und dreimal den DFB-Pokal. Vor einem halben Jahr begann für Torsten Frings ein neuer Lebensabschnitt.

Nachdem der 37-Jährige seine Karriere beim FC Toronto in Kanada ausklingen ließ, nahm er ein zweijähriges Programm mit Schwerpunkt Trainerausbildung beim SV Werder Bremen in Angriff. "Damals gab es die Vereinbarung, dass ich nach meiner Profikarriere bei Werder in irgendeiner Funktion zurückkomme", erzählt Frings.

Als Assistent von Chefcoach Viktor Skripnik trainiert er die zweite Werder-Mannschaft in der Regionalliga Nord. Die beiden Ex-Profis kennen sich gut, sie waren mehr als fünf Jahre Mannschaftskameraden in Bremen. "Ich profitiere sehr von unserer Zusammenarbeit und habe viel von ihm gelernt", sagt Frings. Sein Team hat eine ordentliche Hinrunde gespielt und steht auf Platz vier. "Es liegen sechs spannende Monate hinter mir, in denen ich viel Spaß hatte, aber auch viele wertvolle Erfahrungen als Trainer gesammelt habe."

Für all die jungen Spieler, die vom Durchbruch bei den Profis träumen, ist Frings ein Vorbild. "Er hat im Fußball-Geschäft sehr viel erlebt und kann uns in unserer Entwicklung viel mit auf den Weg geben", sagt Janek Sternberg. Der Abwehrspieler von Werder II beschreibt Frings als einen Kumpeltyp: "Er ist nicht immer nur der Trainer, sondern oft auch ein Kollege, der gerne noch einmal selbst mitkickt und auch den einen oder anderen Scherz macht. In den wichtigen Situationen aber behält er stets die Ernsthaftigkeit bei."

Frings traut einigen Spielern aus der U23 eine Bundesliga-Karriere zu. Er war überrascht, wie viele Talente sich im Kader tummeln. Einige hält er sogar für weitaus fähiger als er es selbst in jungen Jahren gewesen ist. "Die Spieler sind heutzutage viel besser ausgebildet. Nachwuchstalente haben mit den Leistungszentren und den tollen Trainingsbedingungen bessere Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln", erklärte Frings.

Auch er möchte sich weiterentwickeln - nun aber als Trainer. Proficoach Robin Dutt steht ihm als Mentor mit Rat und Tat zur Seite. Sein Trainervorbild ist allerdings ein anderer: Thomas Schaaf. "Er war und ist insgesamt ein herausragender Trainer, der viel Erfolg hatte", sagt Frings. "Ich bin immer hervorragend mit ihm klar gekommen. Er war ein großer Förderer und hat mich zum Profi gemacht." Frings und Schaaf haben ein sehr persönliches Verhältnis. Für das Abschiedsspiel des langjährigen Mittelfeldkämpfers im September 2013 kehrte der Trainer ins Weserstadion zurück - obwohl sich die Wege von Schaaf und Werder wenige Monate zuvor getrennt hatten.

Zum Ausbildungsprogramm von Frings gehören auch die Trainerscheine. Die B-Lizenz hat er bereits erworben, als nächstes steht die A-Lizenz und irgendwann der Fußball-Lehrer an. Die formelle Voraussetzung für eine Karriere als Bundesligatrainer wäre dann erfüllt. Soweit möchte Frings aber noch nicht denken: "Mein Ziel ist es erst einmal, möglichst viel zu lernen. Was irgendwann einmal sein wird, kann niemand voraussagen."