London - Arsène Wenger ist zufrieden. "Lasst uns einfach so weitermachen", sagte der Coach des englischen Premier-League-Clubs FC Arsenal nach dem 2:0 (0:0) gegen den FC Fulham.

Der Sieg im Londoner Derby sicherte der Mannschaft der drei deutschen Fußball-Nationalspieler Per Mertesacker, Mesut Özil und Lukas Podolski die Tabellenführung (51 Punkte). Zweiter bleibt Manchester City (50). Die Citizens gewannen 4:2 gegen Aufsteiger Cardiff City.

Auf dem dritten Rang folgt der FC Chelsea (49), der sich dank dreier Treffer von Stürmer Samuel Eto\'o beim 3:1 (2:0) gegen Meister Manchester United schadlos hielt. Den Gästen fehlte an der Stamford Bridge ohne die beiden Torjäger Robin van Persie und Wayne Rooney die Durchschlagskraft. Immer dann, wenn der strauchelnde Rekordmeister dabei war, die Kontrolle zu übernehmen, schlug Eto\'o zu.

Der Kameruner traf in der 17., 45. und 49. Spielminute. Javier Hernández (78.) erzielte das 1:3 für ManU, als die Partie längst verloren war. Der deutsche Angreifer Andre Schürrle gehörte nicht zum Kader der Blues. Seit dem 7. Dezember wartet er in der Liga auf einen Einsatz von Beginn an.

Arsenal-Coach Wenger lobte seine Mannschaft. "Wir haben nach 22 Spielen 51 Punkte. Wenn man das mit irgendeiner anderen Saison vergleicht, ist diese eine der besten. Wir sind außergewöhnlich konstant", meinte der Franzose. Er arbeitet seit 1996 bei den Gunners und hat auf der Insel dreimal die Meisterschaft gewonnen. Beim Titelgewinn 2003/2004 blieb seine Mannschaft in 38 Spielen ungeschlagen. Dass das aktuelle Team eine Besonderheit hat, glaubt mittlerweile auch die Presse.

"Arsenal mag nicht der Favorit sein, aber sie haben bewiesen, dass sie den Titel nicht kampflos aufgeben", schrieb der "Guardian" nach dem Erfolg, den der Spanier Santi Cazorla mit seinen beiden Toren in der 57. und 62. Spielminute sicherstellte. Podolski twitterte: "Derbysieg! Santi war unser Held heute. Es fühlt sich gut an, Erster zu sein".

Insgesamt standen im Emirates-Stadion sechs Deutsche auf dem Feld. Neben Mertesacker, Özil und Podolski war das bei Arsenal noch Serge Gnabry. Bei Fulham zählten Sascha Riether und Ashkan Dejagah zur Startformation. Der auffälligste war der 18 Jahre alte Gnabry, während Özil einmal mehr kaum zu sehen war.

"Ich hätte es besser machen und einmal treffen können", sagte Gnabry der Nachrichtenagentur dpa. "Für uns ist es wichtig, dass wir nur auf uns schauen und weiterhin gewinnen. Dann können wir in aller Ruhe verfolgen, was in der Meisterschaft passiert".

Die englischen Medien haben sich indes beinahe schon auf den neuen Meister festgelegt. "Das Team des Jahrhunderts" schrieb der "Mirror" nach dem elften Sieg von ManCity im elften Heimspiel. "Gnadenlos", meinte die "Sun". Der ehemalige Bundesliga-Torschützenkönig Edin Dzeko erzielte in der 14. Minute mit dem 1:0 bereits das 100. Saisontor der Citizens. Noch nie zuvor hatte eine Mannschaft das so früh in einer Saison geschafft.

Jesus Navas (33.), Kaya Touré (76.) und Sergio Aguero (79.) verbesserten die Bilanz sogar auf 103 Treffer. Im Schnitt lässt es ManCity im heimischen Etihad viermal pro Spiel klingeln. "Spannend, aufregend, unbarmherzig, gnadenlos, eiskalt - suchen Sie es sich aus. Das ist eines der aufsehenerregendsten Teams, die der englische Fußball je gesehen hat", meinte die "Sun".